Kos­ten­er­stat­tung für THW-Ein­satz

Für einen Ein­satz des Tech­ni­schen Hilfs­werks (THW) im Jahr 2006 besteht kein Anspruch auf Kos­ten­er­stat­tung – weder auf­grund der Kos­ten­re­ge­lung im THW-Gesetz, die erst 2009 in Kraft getre­ten ist, noch auf­grund der all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten über die Aus­la­gen­er­stat­tung bei Amts­hil­fe.

Kos­ten­er­stat­tung für THW-Ein­satz

So hat das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Anträ­ge des Tech­ni­schen Hilfs­werks auf Zulas­sung der Beru­fung gegen zwei Urtei­le des Ver­wal­tungs­ge­richts Lüne­burg abge­lehnt.

In den bei­den hier vom Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Lüne­burg ent­schie­de­nen Fäl­len hat­te das THW im April 2006 anläss­lich des Elbe-Hoch­was­sers mit meh­re­ren Orts­ver­bän­den Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen im Bereich der Land­krei­se Lüne­burg und Lüchow-Dan­nen­berg erbracht. Anschlie­ßend for­der­te das THW für sei­nen Ein­satz vom Land­kreis Lüne­burg die Erstat­tung von rund 222.000 € und vom Land­kreis Lüchow-Dan­nen­berg von rund 680.000 €. Die Land­krei­se lehn­ten Zah­lun­gen ab, weil das THW bei frü­he­ren Ein­sät­zen kei­ne Kos­ten gel­tend gemacht hat­te. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg hat die im Dezem­ber 2009 erho­be­nen Zah­lungs­kla­gen des THW gegen den Land­kreis Lüne­burg [1] und den Land­kreis Lüchow-Dan­nen­berg [2] abge­wie­sen, weil es für den in die­ser Form gel­tend gemach­ten Kos­ten­er­satz kei­ne Rechts­grund­la­ge gebe.

Die hier­ge­gen gerich­te­ten Anträ­ge des THW auf Zulas­sung zur Beru­fung sind nun vom Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt abge­lehnt wor­den. Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts lie­gen kei­ne ernst­li­chen Zwei­fel an der Rich­tig­keit der Urtei­le des Ver­wal­tungs­ge­richts vor. Es exis­tiert zwar eine spe­zi­el­le Kos­ten­re­ge­lung im THW-Gesetz. Die­se ist aber erst im Juli 2009 in Kraft getre­ten und gilt daher nicht für die 2006 geleis­te­te Hil­fe. Ein Anspruch des THW kann auch nicht auf die all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten über die Aus­la­gen­er­stat­tung bei Amts­hil­fe gestützt wer­den. Das THW hat im Wesent­li­chen Per­so­nal­kos­ten für den Ein­satz der ehren­amt­li­chen Hel­fer und Sach­kos­ten gel­tend gemacht. Der­ar­ti­ge Kos­ten sind jedoch von der Behör­de zu tra­gen, die die Amts­hil­fe leis­tet. Erstat­tet wer­den kön­nen außer­dem nur Aus­la­gen, d.h. nach­weis­ba­re Bar­auf­wen­dun­gen. Hier hat das THW sei­ne Auf­wen­dun­gen aber über­wie­gend pau­scha­liert abge­rech­net oder nicht nach­ge­wie­sen.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 20. Febru­ar 2012 – 11 LA 217/​11 und 11 LA 224/​11

  1. VG Lüne­burg, Urteil vom 09.06.2011 – 6 A 274/​09[]
  2. VG Lüne­burg, Urteil vom 09.06.2011 – 6 A 273/​09[]