Kreis­fu­si­on

Ein ein­zel­ner Bür­ger hat eben­so wenig das Recht, Kreis­tags­be­schlüs­se zu ver­hin­dern, wie er das Recht hat, gegen Beschlüs­se die­ses Gre­mi­ums direkt vor­zu­ge­hen. Nur gegen die auf sol­chen Beschlüs­sen beru­hen­den Umset­zungs­ak­te wie Ver­ord­nun­gen, Sat­zun­gen oder Ver­wal­tungs­ak­te ist Rechts­schutz mög­lich.

Kreis­fu­si­on

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen in dem hier vor­lie­gen­den Fall des einst­wei­li­gen Rechts­schutz­an­tra­ges, mit dem ein Bür­ger des Land­krei­ses Ostero­de am Harz ver­hin­dern woll­te, dass der Kreis­tag von Ostero­de einen Beschluss zur Fusi­on mit dem Land­kreis Göt­tin­gen trifft. Am 2. Dezem­ber 2012 fand im Land­kreis Ostero­de am Harz ein Bür­ger­be­geh­ren mit dem Ziel statt, eine Fusi­on der süd­nie­der­säch­si­schen Land­krei­se Ostero­de am Harz, Nort­heim und Göt­tin­gen zu ver­hin­dern. Die­ses Bür­ger­be­geh­ren schei­ter­te. Nach­dem der Land­kreis Nort­heim aus den Fusi­ons­ver­hand­lun­gen aus­ge­stie­gen ist, will der Land­kreis Ostero­de am Harz am Mon­tag, den 11. März 2013, einen Beschluss zu einer Fusi­on mit dem ver­blie­be­nen Land­kreis Göt­tin­gen fas­sen. Der Antrag­stel­ler woll­te dies mit sei­nem kurz­fris­tig erho­be­nen einst­wei­li­gen Rechts­schutz­an­trag ver­hin­dern. Zur Begrün­dung gab er an, das Bür­ger­be­geh­ren sei for­mell feh­ler­haft gewe­sen. Meh­re­re tau­send Wahl­be­nach­rich­ti­gun­gen, unter ande­rem sei­ne eige­ne, sei­en bei den Bür­gern nicht ange­kom­men.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Göt­tin­gen habe ein ein­zel­ner Bür­ger eben­so wenig das Recht, Kreis­tags­be­schlüs­se zu ver­hin­dern, wie er das Recht habe, gegen Beschlüs­se die­ses Gre­mi­ums direkt vor­zu­ge­hen. Rechts­schutz sei, von ganz engen Aus­nah­men abge­se­hen, die hier nicht vor­lä­gen, nur gegen die auf sol­chen Beschlüs­sen beru­hen­den Umset­zungs­ak­te wie Ver­ord­nun­gen, Sat­zun­gen oder Ver­wal­tungs­ak­te mög­lich.

Unab­hän­gig davon konn­te das Ver­wal­tungs­ge­richt der Argu­men­ta­ti­on des Antrag­stel­lers nicht bei­pflich­ten, das Bür­ger­be­geh­ren sei rechts­feh­ler­haft gewe­sen. Soweit er gel­tend mache, selbst nicht benach­rich­tigt wor­den zu sein, habe sei­ne Stim­me kei­nen Ein­fluss auf das End­ergeb­nis; soweit er behaup­te, meh­re­re tau­send Benach­rich­ti­gun­gen sei­en bei den Bür­gern nicht ange­kom­men, han­de­le es sich um durch nichts beleg­te Ver­mu­tun­gen, die einer gericht­li­chen Ent­schei­dung nicht zugrun­de gelegt wer­den könn­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen, Beschluss vom 11. März 2013 – 1 B 81/​13

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