Der Kreis­tag und die Per­so­nal­ho­heit des Land­rats

In einer nord­rhein-west­fä­li­schen Kreis­ver­wal­tung steht grund­sätz­lich dem Land­rat und nicht dem Kreis­tag die Orga­ni­sa­ti­ons­ho­heit und die Per­so­nal­ho­heit zu. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf den Eil­an­trag des Kreis­ta­ges des Krei­ses Wesel abge­lehnt, die Beset­zung von zum 1. Juni 2011 neu geschaf­fe­nen Vor­stands­be­rei­chen in der Kreis­ver­wal­tung zu unter­sa­gen.

Der Kreis­tag und die Per­so­nal­ho­heit des Land­rats

Der Kreis­tag hat­te gel­tend gemacht, er wer­de durch die ohne sei­ne Mit­wir­kung durch den Land­rat des Krei­ses Wesel vor­ge­nom­me­ne Ände­rung der Kreis­ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on in sei­nem Recht ver­letzt, über die Beset­zung von Füh­rungs­po­si­tio­nen mit­zu­be­stim­men.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf sah dies nun frei­lich anders: Nach der gesetz­li­chen Rege­lung ste­he grund­sätz­lich dem Land­rat die Orga­ni­sa­ti­ons- und Per­so­nal­ho­heit zu. Ein Mit­wir­kungs­recht des Kreis­ta­ges sei nach der Kreis­ord­nung und der Haupt­sat­zung des Krei­ses nur gege­ben, wenn durch die Orga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dung des Land­rats auch das Arbeits­ver­hält­nis von Füh­rungs­kräf­ten des Krei­ses ver­än­dert wür­de. Ein sol­cher Fall lie­ge jedoch nicht vor, da die Beset­zung der neu­en Vor­stands­be­rei­che ohne eine Ände­rung der Arbeits­ver­trä­ge der aus­ge­wähl­ten Bediens­te­ten erfol­ge.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 31. Mai 2011 – 1 L 850/​11