Lärm rund ums Ein­kaufs­zen­trum

Die Nach­barn eines Ein­kaufs­zen­trums haben auf­grund der Lage der Wohn­be­bau­ung an der Gren­ze zu Kern­ge­bie­ten in expo­nier­ter Innen­stadt­la­ge höhe­re Lärm­wer­te hin­zu­neh­men.

Lärm rund ums Ein­kaufs­zen­trum

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Eil­an­trags auf Erlass eines Bau­stopps gegen das geplan­te Ein­kaufs­zen­trum auf dem Grund­stück des ehe­ma­li­gen Wert­heim­kauf­hau­ses am Leip­zi­ger Platz in Ber­lin. Die Eigen­tü­me­rin von Nach­bar­grund­stü­cken war der Mei­nung, dass der von dem Ein­kaufs­zen­trum ange­zo­ge­ne Zu- und Abfahrt­ver­kehr für die Nach­barn unzu­mut­bar sei. Für die geplan­te Ver­kaufs­flä­che von 36.000 m² sei­en nicht genü­gend Stell­plät­ze vor­han­den. Daher sei­en erheb­li­cher Park­such­ver­kehr und Staus in der Voß­stra­ße zu befürch­ten. Zusam­men mit dem geplan­ten zwei­ten Ein­kaufs­zen­trum ent­lang der Wil­helms­stra­ße 95/​96 ent­ste­he ein „Mega­cen­ter“, das noch grö­ße­re und nicht mehr hin­nehm­ba­re Ver­kehrs­be­las­tun­gen ver­ur­sa­che.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin könn­ten die von der Antrag­stel­le­rin vor­leg­ten Ver­kehrs- und Lärm­gut­ach­ten eine Rück­sicht­lo­sig­keit des Bau­vor­ha­bens gegen­über den Nach­barn nicht bele­gen. Die maß­geb­li­chen Grenz- und Richt­wer­te für den Lärm­schutz wür­den ein­ge­hal­ten. Die Nach­barn müss­ten hier höhe­re Lärm­wer­te hin­neh­men, was auf der Lage der Wohn­be­bau­ung an der Gren­ze zu Kern­ge­bie­ten in expo­nier­ter Innen­stadt­la­ge beru­he. Eine Gesamt­be­trach­tung bei­der Ein­kaufs­zen­tren sei nicht vor­zu­neh­men. Außer­dem wer­de das zwei­te Ein­kauf­zen­trum über die Wil­helm­stra­ße nahe der Leip­zi­ger Stra­ße und nicht über die Voß­stra­ße erschlos­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 27. Sep­tem­ber 2012 – VG 19 L 148.12.