Lan­des­ent­wick­lungs­plans Ber­lin-Bran­den­burg

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg den Antrag von 28 Bran­den­bur­ger Gemein­den auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung gegen die Rechts­ver­ord­nung der Regie­rung des Lan­des Bran­den­burg über den Lan­des­ent­wick­lungs­plan Ber­lin-Bran­den­burg vom 27. Mai 2015 abge­lehnt und den Voll­zug die­ses Plans nicht, wie von den Gemein­den begehrt, vor­läu­fig aus­ge­setzt.

Lan­des­ent­wick­lungs­plans Ber­lin-Bran­den­burg

Der Lan­des­ent­wick­lungs­plan ist ein lan­des­weit gel­ten­der Raum­ord­nungs­plan, der zen­tra­le Orte fest­legt, die Funk­tio­nen für ihr Umland erfül­len, die Sied­lungs­ent­wick­lung lenkt und über einen Frei­raum­ver­bund auch die Steue­rung der Wind­ener­gie­nut­zung in Regio­nal­plä­nen beein­flusst. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat­te die Ver­ord­nung über den Lan­des­ent­wick­lungs­plan von 2009 im Juni 2014 wegen eines Zitier­feh­lers für unwirk­sam erklärt. Dar­auf­hin hat­te die Lan­des­re­gie­rung den Lan­des­ent­wick­lungs­plan in einem ergän­zen­den Ver­fah­ren zur Behe­bung die­ses Feh­lers mit Ver­ord­nung vom 27. Mai 2015 rück­wir­kend erneut in Kraft gesetzt.

Der aktu­el­le Beschluss des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg beruht im Wesent­li­chen auf der Erwä­gung, dass das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt von sei­ner Befug­nis, den Voll­zug einer Rechts­ver­ord­nung der demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Lan­des­re­gie­rung vor­läu­fig aus­zu­set­zen, wegen des damit ver­bun­de­nen Ein­grif­fes in die Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers nur mit größ­ter Zurück­hal­tung Gebrauch machen dür­fe. Nach der im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes gebo­te­nen sum­ma­ri­schen Prü­fung sei die rück­wir­ken­de Inkraft­set­zung des Lan­des­ent­wick­lungs­plans im Wege des ergän­zen­den Ver­fah­rens nicht offen­sicht­lich feh­ler­haft, jeden­falls soweit der Plan mit Wir­kung ab dem 22. Sep­tem­ber 2011 (nach dem Zeit­punkt des Außer­kraft­tre­tens des Lan­des­pla­nungs­ge­set­zes) in Kraft gesetzt wor­den sei. Eine Inter­es­sen­ab­wä­gung erge­be zudem, dass die Inter­es­sen der Lan­des­re­gie­rung am Erhalt der Steue­rungs­wir­kung des Lan­des­ent­wick­lungs­plans im Hin­blick auf eine nach­hal­ti­ge und aus­ge­wo­ge­ne Ent­wick­lung und Ord­nung des Lan­des­ge­bie­tes deut­lich gewich­ti­ger sei­en als die gegen­läu­fi­gen Inter­es­sen der Gemein­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Beschluss vom 6. Mai 2016 – OVG 10 S 16.15