Land­schafts­ver­band und Land­schafts­um­la­ge

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf hat in einem "Pilot­ver­fah­ren" der Kla­ge der Stadt Rem­scheid gegen die Fest­set­zung der Höhe der vom Land­schafts­ver­band Rhein­land (einem Ver­band der rhei­ni­schen Kom­mu­nen) für das Haus­halts­jahr 2007 erho­be­nen Land­schafts­um­la­ge statt­ge­ge­ben.

Land­schafts­ver­band und Land­schafts­um­la­ge

Die Stadt Rem­scheid mach­te zur Begrün­dung ihrer Kla­ge gel­tend, der Land­schafts­ver­band Rhein­land habe die Land­schafts­um­la­ge für das Haus­halts­jahr 2007 um 183.708,- € zu hoch fest­ge­setzt. Nach den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen über die Erhe­bung der Land­schafts­um­la­ge in der Land­schafts­ver­bands­ord­nung kön­ne die Land­schafts­um­la­ge aller Land­schafts­ver­bands­mit­glie­der in der Sum­me höchs­tens in Höhe der Dif­fe­renz zwi­schen den Auf­wen­dun­gen des Ver­ban­des und sei­nen sons­ti­gen Erträ­gen erho­ben wer­den. Hier­von abwei­chend habe der Land­schafts­ver­band Rhein­land jedoch für das Haus­halts­jahr 2007 zusätz­lich mehr als 16 Mil­lio­nen € in Ansatz gebracht.

Zur Rechts­auf­fas­sung der Kam­mer führ­te der Vor­sit­zen­de in der münd­li­chen Ver­hand­lung aus, nach der Neu­fas­sung des Geset­zes über ein Neu­es Kom­mu­na­les Finan­zie­rungs­ma­nage­ment der Gemein­den (NKF) sei die Mög­lich­keit zur Erhe­bung einer Land­schafts­um­la­ge aus­drück­lich nur gege­ben, soweit die Auf­wen­dun­gen im Ergeb­nis­plan durch die sons­ti­gen Erträ­ge nicht gedeckt sei­en. Eine plan­mä­ßi­ge Erzie­lung von Über­schüs­sen sei danach nicht zuläs­sig. Hier­von kön­ne nach der kla­ren Rege­lung in der Land­schafts­ver­bands­ord­nung ent­ge­gen der Ansicht des Land­schafts­ver­ban­des Rhein­land auch dann kei­ne Aus­nah­me gemacht wer­den, wenn der Land­schafts­ver­band, wie hier, gel­tend mache, wei­te­re Finanz­mit­tel für die ordent­li­che Til­gung von in der Ver­gan­gen­heit auf­ge­nom­me­nen Kre­di­ten zu benö­ti­gen. Nach der Kon­zep­ti­on des NKF sei­en die Finanz­mit­tel für die Kre­dit­til­gung grund­sätz­lich auf Abschrei­bun­gen für kre­dit­fi­nan­zier­te Gegen­stän­de zu gene­rie­ren, die in der Ergeb­nis­pla­nung bzw. –rech­nung als Auf­wand dar­zu­stel­len sei­en. Falls dies nicht aus­rei­che, müs­se auf ande­rem Wege Liqui­di­tät geschaf­fen wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 25. März 2011 – 1 K 4142/​08