Lärm zu Hal­lo­ween

Wer ein Grund­stück in Kennt­nis des in der Nach­bar­schaft errich­te­ten Frei­zeit­parks errich­tet, muss, jeden­falls in gewis­sen Gren­zen, auch­mit den Aus­wir­kun­gen leben, die der Betrieb die­ses Frei­zeit­parks mit sich bringt. Das muss­te jetzt vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen ein Ehe­paar erfah­ren, das in der Nach­bar­schaft des Movie-Parks Bot­trop wohnt. Das Ver­wat­lungs­ge­richt lehn­te den Antrag des Nach­bar­ehe­paars ab, die Durch­füh­rung der Hal­lo­ween – Ver­an­stal­tun­gen des Movie – Parks Bot­trop am kom­men­den Wochen­en­de im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung zu unter­sa­gen.

Lärm zu Hal­lo­ween

Die Antrag­stel­ler, sie klag­ten bereits mehr­fach gegen den Betrieb des Movie – Parks, mach­ten zur Begrün­dung ihres Antrags gel­tend, die Hal­lo­ween – Ver­an­stal­tun­gen führ­ten zu nicht mehr zuzu­mu­ten­den Lärm­be­läs­ti­gun­gen auf ihrem Grund­stück. Zur Glaub­haft­ma­chung leg­ten sie ein Lärm­gut­ach­ten vor, wel­ches auf Mes­sun­gen am vor­letz­ten Wochen­en­de beruht. Die Kam­mer sieht hin­sicht­lich der in die­sem Gut­ach­ten fest­ge­stell­ten Lärm­wer­te wei­te­ren Auf­klä­rungs­be­darf bei von dem Gut­ach­ter vor­ge­nom­me­nen Zuschlä­gen zu den Mess­wer­ten. Die­sen Fra­gen kön­ne nur im Rah­men eines Kla­ge­ver­fah­rens nach­ge­gan­gen wer­den.

Bei der des­halb von dem Ver­wal­tungs­ge­richt vor­ge­nom­me­nen Inter­es­sen­ab­wä­gung war zu berück­sich­ti­gen, dass die Antrag­stel­ler das Grund­stück in Kennt­nis der Errich­tung des benach­bar­ten Frei­zeit­parks erwor­ben haben und dass eine Unter­sa­gung der lang­fris­tig geplan­ten und bewor­be­nen Ver­an­stal­tung – die seit über zehn Jah­ren durch­ge­führt wird – unmit­tel­bar vor dem Ter­min für die Betrei­ber des Parks mit kaum zu bewäl­ti­gen­den orga­ni­sa­to­ri­schen Pro­ble­men und erheb­li­chen finan­zi­el­len Ver­lus­ten ver­bun­den sei. Dem­ge­gen­über sei nicht zu erken­nen, dass die Antrag­stel­ler durch die Ver­an­stal­tung der­ar­ti­ge Nach­tei­le erlit­ten, dass sie ihnen nicht wei­te­re drei Tage zuge­mu­tet wer­den könn­te.

Ver­wal­tungs­ge­ircht Gel­sen­kir­chen, Beschluss vom 27. Okto­ber 2009 – 5 L 1127/​09