Lege­bat­te­ri­en als Aus­lauf­mo­dell

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat heu­te ent­schie­den, dass die neu­en, ver­schärf­ten Anfor­de­run­gen an die art­ge­rech­te Hal­tung von Lege­hen­nen nach Maß­ga­be der Über­gangs­re­ge­lun­gen auch auf sol­che Anla­gen unmit­tel­bar Anwen­dung fin­den, die noch nach altem Recht geneh­migt wor­den sind.

Lege­bat­te­ri­en als Aus­lauf­mo­dell

Die Klä­ge­rin­nen in bei­den Ver­fah­ren betrei­ben Anla­gen zur Hal­tung von Lege­hen­nen, die in den 90er Jah­ren immis­si­ons­schutz­recht­lich bzw. bau­auf­sicht­lich geneh­migt wor­den sind. Die Lege­hen­nen wer­den in her­kömm­li­chen Käfi­gen, sog. Lege­bat­te­ri­en, gehal­ten. Auf­grund der Neu­re­ge­lung ist die Hal­tung von Lege­hen­nen in Lege­bat­te­ri­en nach Ablauf der Über­gangs­fris­ten nicht mehr zuläs­sig. Die Klä­ge­rin­nen woll­ten geklärt wis­sen, ob die neu­en Anfor­de­run­gen unein­ge­schränkt auch für ihre Anla­gen gel­ten oder ob sie sich inso­weit auf Bestands­schutz beru­fen kön­nen. Die Ober­ver­wal­tungs­ge­rich­te haben zu die­ser Fra­ge unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen ver­tre­ten.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat ent­schie­den, dass die neu­en Hal­tungs­an­for­de­run­gen nach Ablauf der Über­gangs­fris­ten auch für Alt­an­la­gen unmit­tel­bar gel­ten, ohne dass die Anla­gen­ge­neh­mi­gun­gen zuvor auf­ge­ho­ben oder geän­dert wer­den müss­ten. Die erteil­ten Geneh­mi­gun­gen ver­mit­tel­ten kei­nen Schutz vor nach­träg­li­chen Ände­run­gen der tier­schutz­recht­li­chen Anfor­de­run­gen. Die Inter­es­sen der Anla­gen­be­trei­ber habe der Ver­ord­nungs­ge­ber bei der Bemes­sung der Über­gangs­fris­ten ange­mes­sen berück­sich­tigt. Die Über­gangs­vor­schrif­ten ver­stie­ßen auch im Übri­gen nicht zu Las­ten der Anla­gen­be­trei­ber gegen höher­ran­gi­ges Recht.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 23. Okto­ber 2008 – 7 C 48.07 und 7 C 4.08