Lei­nenzwang für den Hund

Die Hal­te­rin eines mehr­fach auf­fäl­lig gewor­de­nen Rott­wei­lers muss ihren Hund außer­halb ihrer Woh­nung stän­dig an einer maxi­mal drei Meter lan­gen Lei­ne lau­fen las­sen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen bestä­tig­te damit die Anord­nung des Lei­nenzwangs durch den Land­kreis Göt­tin­gen.

Lei­nenzwang für den Hund

Der nicht ange­lein­te Hund der Antrag­stel­le­rin hat­te in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach ande­re Hun­de gebis­sen, sodass sie tier­ärzt­lich behan­delt wer­den muss­ten, obwohl die Antrag­stel­le­rin als Hun­de­hal­te­rin anwe­send gewe­sen war. Dar­auf­hin ver­füg­te der Land­kreis Göt­tin­gen, dass der Hund der Antrag­stel­le­rin außer­halb der aus­bruch­si­che­ren Woh­nung stän­dig ange­leint zu füh­ren sei, die Lei­ne eine Län­ge von drei Metern nicht über­schrei­ten dür­fe und der Hund nur von einer Per­son aus­ge­führt wer­den dür­fe, die kör­per­lich in der Lage sei, ihn jeder­zeit unter Kon­trol­le zu hal­ten und die über die ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten und die erlas­se­nen Auf­la­gen infor­miert sei­en.

Hier­ge­gen hat die Antrag­stel­le­rin Kla­ge erho­ben und gleich­zei­tig um die Gewäh­rung vor­läu­fi­gen gericht­li­chen Rechts­schut­zes nach­ge­sucht, weil der Land­kreis sei­ne Ver­fü­gung für sofort voll­zieh­bar erklärt hat­te. Sie hat­te gel­tend gemacht, ihr Hund sei sehr ver­spielt und lau­fe immer zu ande­ren Hun­den hin; die­se hät­ten dann ihren Hund ange­grif­fen, wor­auf hin der sich durch Bei­ßen nur gewehrt habe. Hier­zu gibt es abwei­chen­de Zeu­gen­dar­stel­lun­gen.

Das Gericht hat den Antrag abgelehnt.Es hat die Klä­rung der Fra­ge, ob es der Hund der Antrag­stel­le­rin war, der sich aggres­siv ver­hal­ten hat, der Ent­schei­dung im Haupt­sa­che­ver­fah­ren vor­be­hal­ten. Es hat statt­des­sen eine rei­ne Inter­es­sen­ab­wä­gung vor­ge­nom­men, die zu Las­ten der Antrag­stel­le­rin aus­fiel. Wür­de der Hund wei­ter wie bis­her frei her­um­lau­fen kön­nen, bestün­de die kon­kre­te Gefahr, dass erneut ande­re Hun­de und viel­leicht auch Men­schen, und damit erheb­li­che Rechts­gü­ter, ver­letzt wür­den. Dem­ge­gen­über sei­en die Rechts­be­ein­träch­ti­gung der Antrag­stel­le­rin und die Belas­tung für ihren Hund durch den Lei­nenzwang gering. Soll­te sie am Ende obsie­gen, sei der vor­über­ge­hen­de Lei­nenzwang gegen ihren Wil­len nicht unzu­mut­bar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen, Beschluss vom 11. Juli 2011 – 1 B 101/​11