Luft­recht­li­che Plan­fest­stel­lung und der Nacht­flug­be­trieb

Die Zu­las­sung von Nacht­flug­be­trieb in der Nacht­kern­zeit (0:00 bis 5:00 Uhr) setzt einen stand­ort­spe­zi­fi­schen Nacht­flug­be­darf vor­aus. Für die Nut­zung der Nachtrand­zei­ten (22:00 bis 24:00 Uhr, 5:00 bis 6:00 Uhr) ist ein stand­ort­spe­zi­fi­scher Be­darf nicht er­for­der­lich. Die­ser Zeit­raum darf aber für den Flug­ver­kehr nur frei­ge­ge­ben wer­den, wenn plau­si­bel nach­ge­wie­sen wird, wes­halb ein be­stimm­ter Ver­kehrs­be­darf oder ein be­stimm­tes Ver­kehrs­seg­ment nicht in­ner­halb der Ta­ges­stun­den ab­ge­wi­ckelt wer­den kann 1.

Luft­recht­li­che Plan­fest­stel­lung und der Nacht­flug­be­trieb

Die Zu­las­sung von Pas­sa­gier­flug­ver­kehr in den Nachtrand­zei­ten (hier: 22:00 bis 23:30 Uhr, 5:30 bis 6:00 Uhr) kann aus Grün­den der An­bin­dung eines Ver­kehrs­flug­ha­fens an in- und aus­län­di­sche Pas­sa­gier­dreh­kreu­ze und einer ef­fek­ti­ven Flug­zeu­g­um­lauf­pla­nung ge­recht­fer­tigt sein.

Ein stand­ort­spe­zi­fi­scher Be­darf für den Um­schlag von Ex­press­fracht­ver­kehr an einem Fracht­dreh­kreuz auch in der Nacht­kern­zeit kann Flü­ge zur Be­för­de­rung kon­ven­tio­nel­ler Fracht „mit­zie­hen“, wenn bei­de Arten von Fracht aus ver­nünf­ti­gen Grün­den ge­mein­sam trans­por­tiert wer­den und die Be­schrän­kung der Nacht­flug­er­laub­nis auf Ver­keh­re zum Trans­port von Ex­press­fracht die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Fracht­dreh­kreu­zes ge­fähr­den wür­de. Dies gilt je­doch nur, so­lan­ge der nächt­li­che Fracht­ver­kehr weit über­wie­gend in einer das Fracht­dreh­kreuz prä­gen­den Wei­se dem Trans­port von Ex­press­fracht dient. Dabei kommt es nicht dar­auf an, wie hoch der An­teil der Ex­press­fracht im je­wei­li­gen Flug­zeug ist. Ma­ß­geb­lich ist viel­mehr die Bi­lanz aller nächt­li­chen Flug­be­we­gun­gen.

Auch für Flü­ge auf­grund mi­li­tä­ri­scher An­for­de­rung kann ein stand­ort­spe­zi­fi­scher Nacht­flug­be­darf be­ste­hen. Für die Prü­fung, ob ein­zel­ne Flü­ge (hier: zum Trans­port von US-Mi­­li­­tär­per­­so­­nal zum Ein­satz im Irak) gegen all­ge­mei­ne Re­geln des Völ­ker­rechts (hier: das Ge­walt­ver­bot) ver­sto­ßen und deut­sche Be­hör­den an ihrer Durch­füh­rung des­halb nicht mit­wir­ken dür­fen, ist die Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de nicht zu­stän­dig. Die Prü­fung ob­liegt al­lein der zu­stän­di­gen Bun­des­be­hör­de, die über die Er­tei­lung der Ein­flug­er­laub­nis nach §§ 1c Nr. 6, § 2 Abs. 7 Luft­VG oder über die Be­schrän­kung der Er­laub­nis­frei­heit nach § 96a Abs. 1 Satz 1 Luft­V­ZO zu ent­schei­den hat.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 24. Juli 2008 – 4 A 3001.07

  1. vgl. BVerwG, Ur­tei­le vom 16.03.2006 – 4 A 1075.04, BVerw­GE 125, 116 Rn. 271, 287 f.; und vom 09.11.2006 – 4 A 2001.06, BVerw­GE 127, 95 Rn. 72, 74[]