Luft­ver­kehrs­auf­kom­men auf dem Flug­ha­fen Tegel

Ansprü­chen nach dem Flug­lärm­schutz­ge­setz steht ent­ge­gen, dass der Flug­ha­fen Tegel nicht wei­ter­be­trie­ben wer­den soll, son­dern vor der Schlie­ßung steht. Kann nicht fest­ge­stellt wer­den, dass von dem Flug­ver­kehr, soweit er über ein bestimm­tes Grund­stück führt, Lebens­ge­fah­ren aus­ge­hen, ist eine sofor­ti­ge Still­le­gung des Flug­ha­fens nicht zu recht­fer­ti­gen.

Luft­ver­kehrs­auf­kom­men auf dem Flug­ha­fen Tegel

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in meh­re­ren Fäl­len die Kla­gen von Anwoh­nern des Flug­ha­fens Tegel abge­wie­sen. Die Klä­ger hat­ten größ­ten­teils Schall­schutz oder Ent­schä­di­gung in Geld ver­langt, weil aus ihrer Sicht wegen der ver­scho­be­nen Eröff­nung des Flug­ha­fens Ber­lin Bran­den­burg das Luft­ver­kehrs­auf­kom­men auf dem Flug­ha­fen Tegel erheb­lich zuge­nom­men habe. Eine Klä­ge­rin hat­te die Still­le­gung des Flug­ha­fens Ber­lin-Tegel bean­tragt, weil ihrer Ansicht nach die Zunah­me des Luft­ver­kehrs zu Gefah­ren für Leib und Leben der Anwoh­ner füh­re (OVG 6 A 15.14).

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg steht Ansprü­chen nach dem Flug­lärm­schutz­ge­setz bereits ent­ge­gen, dass der Flug­ha­fen Tegel nicht wei­ter­be­trie­ben wer­den soll, son­dern vor der Schlie­ßung steht. Dass die Klä­ger unzu­mut­ba­ren Lärm­be­las­tun­gen aus­ge­setzt wären, ist zudem nicht fest­stell­bar.

Im Fall des Antrags auf Still­le­gung des Flug­ha­fens konn­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht fest­stel­len, dass von dem Flug­ver­kehr, soweit er über das Grund­stück der Klä­ge­rin führt, Lebens­ge­fah­ren aus­ge­hen, die eine sofor­ti­ge Still­le­gung des Flug­ha­fens recht­fer­ti­gen. Im Übri­gen obliegt die Ein­hal­tung der Luft­si­cher­heit der hier­für zustän­di­gen Bun­des­be­hör­de und nicht dem Land Ber­lin. Zudem war die Betriebs­ge­neh­mi­gung für den Flug­ha­fen Ber­lin-Tegel bereits vor Jah­ren wider­ru­fen wor­den; danach erlischt die Erlaub­nis, den Flug­ha­fen zu betrei­ben, sechs Mona­te nach Inbe­trieb­nah­me der Süd­bahn des Flug­ha­fens Ber­lin Bran­den­burg.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urtei­le vom 18. Sep­tem­ber 2014 – OVG 6 A 15.14, 20.14, 22.14, 24.14, 26.14