Man­gel­haft! Sit­zen blei­ben!

Die Lehr­kräf­te sind bei der Ver­ga­be von Zeug­nis­no­ten nicht strikt an die sich aus den münd­li­chen und schrift­li­chen Leis­tun­gen erge­ben­de rech­ne­ri­sche Gesamt­no­te gebun­den. Sie haben bei der Noten­ver­ga­be in päd­ago­gi­scher Ver­ant­wor­tung eine Gesamt­be­wer­tung vor­zu­neh­men, die die Beob­ach­tun­gen im Unter­richt sowie die Lern- und Leis­tungs­ent­wick­lung berück­sich­tigt 1.

Man­gel­haft! Sit­zen blei­ben!

Bei rech­ne­ri­schen Durch­schnitts­no­ten zwi­schen "aus­rei­chend" und "man­gel­haft" darf die Lehr­kraft die End­no­te auf "man­gel­haft" fest­set­zen, wenn die Lern­ent­wick­lung eine deut­lich nega­ti­ve Ten­denz zeigt und neben gra­vie­ren­den Lücken im fach­spe­zi­fi­schen Grund­wis­sen der Schü­le­rin oder des Schü­lers all­ge­mei­ne Pro­ble­me bei der Auf­nah­me und Ver­ar­bei­tung des Lern­stoffs fest­zu­stel­len sind.

Für die Pro­gno­se­ent­schei­dung im Rah­men einer Ent­schei­dung über den Aus­gleich man­gel­haf­ter Leis­tun­gen erge­ben sich kei­ne Beson­der­hei­ten, wenn die man­gel­haf­te Bewer­tung im Fach Reli­gi­on erfolgt ist.

Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig, Beschluss vom 1. Sep­tem­ber 2010 – 6 B 182/​10

  1. vgl. VG Braun­schweig, Beschluss vom 10.08.2010 – 6 B 149/​10[]