Mas­ken­pflicht an Bran­den­bur­ger Gymnasien

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat es abge­lehnt, die nach § 17 Abs. 1 Nr. 1 SARS-CoV-2-Ein­dV für Bran­den­bur­ger Schü­ler in der gym­na­sia­len Ober­stu­fe gel­ten­de Pflicht zum Tra­gen einer Mund-Nasen-Bede­ckung inner­halb der Schul­ge­bäu­de vor­läu­fig außer Voll­zug zu setzen.

Mas­ken­pflicht an Bran­den­bur­ger Gymnasien

Die antrag­stel­len­de Schü­le­rin hat­te argu­men­tiert, sie wür­de ab 10. Novem­ber 2020 an Vor­ab­itur­prü­fun­gen teil­neh­men und habe auf­grund der Mas­ken­pflicht wäh­rend­des­sen kei­ne Mög­lich­keit, etwas zu essen und zu trin­ken. Fer­ner kön­ne auf die Mas­ken ver­zich­tet wer­den, weil der Min­dest­ab­stand von 1,5 m ein­ge­hal­ten wer­den kön­ne. Schließ­lich sei das Tra­gen einer Mas­ke wäh­rend der Dau­er der Klau­sur­be­ar­bei­tung, die bis zu 270 Minu­ten betra­gen kön­ne, arbeits­schutz­recht­lich unzulässig.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ist die­ser Argu­men­ta­ti­on nicht gefolgt. Die ange­grif­fe­ne Vor­schrift sei vor­aus­sicht­lich recht­mä­ßig, ins­be­son­de­re ver­hält­nis­mä­ßig. Über­dies gehe auch eine Fol­gen­ab­wä­gung zulas­ten der Antrag­stel­le­rin aus. Bei unge­hin­der­tem Fort­gang des Infek­ti­ons­ge­sche­hens sei­en das Recht auf Leben und kör­per­li­che Unver­sehrt­heit einer Viel­zahl von Men­schen in mas­si­ver Wei­se gefähr­det. Hier­bei han­de­le es sich um Rechts­gü­ter von über­ra­gend hohem Gewicht, die der Staat zu schüt­zen ver­pflich­tet sei. Zudem sei­en nach der SARS-CoV-2-Ein­däm­mung­ver­ord­nung des Lan­des Bran­den­burg Per­so­nen, denen die Ver­wen­dung einer Mund-Nasen-Bede­ckung wegen einer Behin­de­rung oder aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht mög­lich oder zumut­bar sei, was durch ärzt­li­ches Zeug­nis nach­zu­wei­sen sei, von der Mas­ken­pflicht befreit.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 9. Novem­ber 2020 – OVG 11 S 114/​20

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