Mas­ken­pflicht in der Schu­le

Die Mas­ken­pflicht im Unter­richt kann als not­wen­di­ge Schutz­maß­nah­me vor­aus­sicht­lich auf das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) gestützt wer­den.

Mas­ken­pflicht in der Schu­le

Mit die­ser Begrün­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall einen Eil­an­trag gegen die Mas­ken­pflicht an wei­ter­füh­ren­den Schu­len in Bay­ern abge­lehnt. Der in Bay­ern leben­der zehn­jäh­ri­ger Gym­na­si­ast, der von sei­ner Mut­ter ver­tre­ten wur­de, hat den Antrag gestellt, mit dem er im Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes begehr­te, den Voll­zug der Sechs­ten Baye­ri­schen Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung vom 19. Juni 2020 (6. BayIfSMV) einst­wei­len aus­zu­set­zen, soweit er hier­durch zum Tra­gen einer Mund-Nasen-Bede­ckung (MNB) im Schul­un­ter­richt ver­pflich­tet wird.

In sei­ner Ent­schei­dungs­be­grün­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof aus­ge­führt, dass der Nor­men­kon­troll­an­trag in der Haupt­sa­che vor­aus­sicht­lich nicht erfolg­reich sein wer­de. Die zu tref­fen­de Fol­gen­ab­wä­gung füh­re dar­über hin­aus dazu, dass eine Außer­voll­zug­set­zung der ange­grif­fe­nen Nor­men nicht drin­gend gebo­ten erschei­ne. Nach Auf­fas­sung des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs kön­ne die Mas­ken­pflicht im Unter­richt als not­wen­di­ge Schutz­maß­nah­me vor­aus­sicht­lich auf das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) gestützt wer­den. Denn die­se Maß­nah­me die­ne dem legi­ti­men Zweck, die Wei­ter­ver­brei­tung des SARS-CoV-2-Virus unter den Schü­lern und Leh­rern zumin­dest zu redu­zie­ren und hier­durch die Virus­aus­brei­tung in der Bevöl­ke­rung ins­ge­samt bis zur Ent­wick­lung von anti­vi­ra­len Medi­ka­men­ten oder von Impf­stof­fen ein­zu­däm­men.

Außer­dem sei die bis zum 18. Sep­tem­ber 2020 befris­te­te Pflicht auch ange­mes­sen, da Aus­nah­men im Ein­zel­fall aus päd­ago­gi­schen und medi­zi­ni­schen Grün­den zuge­las­sen sei­en. Die mit der Ver­pflich­tung ein­her­ge­hen­den Ein­schrän­kun­gen sei­en in Anbe­tracht des (auch) mit der Mas­ken­pflicht sicher­zu­stel­len­den regu­lä­ren Schul­be­triebs und der damit ein­her­ge­hen­den Gewähr­leis­tung des Prä­senz­un­ter­richts zur Sicher­stel­lung der Bil­dungs­ge­rech­tig­keit für alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler nicht nur hin­nehm­bar, son­dern dien­ten einem inter­es­sen­ge­rech­ten Aus­gleich der betrof­fe­nen Rech­te der Schü­ler. 

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Sep­tem­ber 2020 – 20 NE 20.1981