Meh­re­re hun­dert Ver­fas­sungs­be­schwer­den – und die Miss­brauchs­ge­bühr

Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss.

Meh­re­re hun­dert Ver­fas­sungs­be­schwer­den – und die Miss­brauchs­ge­bühr

So auch in hier ent­schie­de­nen Fall: Der Beschwer­de­füh­rer hat meh­re­re hun­dert, im Wesent­li­chen gleich­lau­ten­de Ver­fas­sungs­be­schwer­den gegen Beschlüs­se des Amts­ge­richts Bam­berg erho­ben, durch die sei­ne offen­sicht­lich rechts­miss­bräuch­lich gestell­ten Anträ­ge auf Bera­tungs- und Pro­zess­kos­ten­hil­fe zurück­ge­wie­sen wor­den sind. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, durch sol­che erkenn­bar sub­stanz­lo­sen Ver­fas­sungs­be­schwer­den an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben gehin­dert zu wer­den, mit der Fol­ge, dass ande­ren Bür­gern der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann1.

Die Erhe­bung der wei­te­ren offen­sicht­lich unzu­läs­si­gen Ver­fas­sungs­be­schwer­de stellt sich als (erneu­ter) Miss­brauch im Sin­ne des § 34 Abs. 2 BVerfGG dar. Bereits mit Beschlüs­sen vom 04.04.2018 – 2 BvR 412/​18; und vom 26.06.2018 – 2 BvR 1032/​18 – wur­den dem Beschwer­de­füh­rer unter Dar­le­gung der maß­geb­li­chen Grün­de Miss­brauchs­ge­büh­ren in Höhe von 500 Euro und 1.000 Euro auf­er­legt, nach­dem er erfolg­los hun­der­te im Wesent­li­chen wort­glei­che Ver­fas­sungs­be­schwer­den erho­ben hat­te. Im hie­si­gen Ver­fah­ren hat der Beschwer­de­füh­rer zum Aus­druck gebracht, dass er die Berech­ti­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr in Abre­de stellt und trotz deren Ver­hän­gung dar­an fest­hält, in allen von ihm ange­streng­ten Bera­tungs­hil­fe­ver­fah­ren ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Rechts­schutz in Anspruch neh­men zu wol­len, nicht zuletzt, weil das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die von ihm dar­ge­leg­ten Grund­rechts­ver­let­zun­gen zu Las­ten sei­ner Per­son offen­sicht­lich ver­ken­ne. Vor die­sem Hin­ter­grund ist eine erneu­te Miss­brauchs­ge­bühr zu ver­hän­gen, die, um ihr Nach­druck zu ver­lei­hen, mit 1.500 Euro zu bemes­sen ist.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 8. August 2018 – 2 BvR 1342/​18

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.09.2005 – 2 BvR 1435/​05 2; Beschluss vom 27.09.2017 – 2 BvR 1691/​17 3 []