Min­dest­löh­ne im Bereich der Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen

Die Ver­ord­nung, durch die in dem Bereich der Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen Min­dest­löh­ne für das päd­ago­gi­sche Per­so­nal ein­ge­führt wer­den, dro­hen den Anbie­tern die­ser Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen kei­ne schwer­wie­gen­den Nach­tei­le. Die Ver­ord­nung ist auch nicht offen­sicht­lich rechts­wid­rig.

Min­dest­löh­ne im Bereich der Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen

So hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die vor­läu­fi­ge Aus­set­zung der Ver­ord­nung abge­lehnt. Die Ver­ord­nung über zwin­gen­de Arbeits­be­din­gun­gen für Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen nach dem SGB II, III vom 17. Juli 2012, die auf der Grund­la­ge des Arbeit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les erlas­sen wur­de, erstreckt den Tarif­ver­trag zur Rege­lung des Min­dest­lohns für päd­ago­gi­sches Per­so­nal vom 15. Novem­ber 2011 auf die gesam­te Bran­che der Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen. Damit wer­den in die­sem Bereich Min­dest­löh­ne für das päd­ago­gi­sche Per­so­nal ein­ge­führt. Dage­gen wen­den sich die Antrag­stel­ler, die über­wie­gend Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch anbie­ten.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg ist bei der Ent­schei­dung, ob die Voll­zie­hung einer bereits in Kraft gesetz­ten Rechts­ver­ord­nung vor­über­ge­hend aus­ge­setzt wer­den soll, ein stren­ger Prü­fungs­maß­stab anzu­le­gen. Gemes­sen dar­an lagen die Vor­aus­set­zun­gen für den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung hier nicht vor. Die Antrag­stel­ler, die über­wie­gend Aus- und Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch anbie­ten, hät­ten nicht glaub­haft gemacht, dass ihnen durch die Ein­füh­rung von Min­dest­löh­nen der­art schwer­wie­gen­de Nach­tei­le droh­ten, die eine vor­läu­fi­ge Außer­kraft­set­zung der Ver­ord­nung recht­fer­tig­ten.

Wei­ter­hin stell­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt fest, dass sich die Ver­ord­nung bei sum­ma­ri­scher Prü­fung auch nicht als offen­sicht­lich rechts­wid­rig erwei­se, was für den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung aber zudem erfor­der­lich gewe­sen wäre.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 31. Janu­ar 2013 – 1 S 116.12