Miss­brauchs­ge­bühr für den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten

Nach § 34 Abs. 2 BVerfGG kann auch dem Bevoll­mäch­tig­ten des Beschwer­de­füh­rers eine Miss­brauchs­ge­bühr auf­er­legt wer­den.

Miss­brauchs­ge­bühr für den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten

Ein Miss­brauch liegt vor, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt durch für jeden erkenn­bar sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben gehin­dert wird, wodurch ande­ren Recht­su­chen­den der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann 1. Um eine miss­bräuch­li­che Ein­le­gung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de han­delt es sich unter ande­rem dann, wenn sie offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss 2. Die Miss­brauchs­ge­bühr kann dem Bevoll­mäch­tig­ten des Beschwer­de­füh­rers auf­er­legt wer­den, wenn ihm die miss­bräuch­li­che Hand­lung zuzu­rech­nen ist 3.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat mit Urteil vom 18.07.2018 4 die Erhe­bung des Rund­funk­bei­trags im pri­va­ten Bereich für Erst­woh­nun­gen ein­ge­hend unter­sucht und für ver­fas­sungs­ge­mäß erach­tet. Nach Ver­kün­dung die­ses Urteils hat der Bevoll­mäch­tig­te zu dem glei­chen Gegen­stand nun die fünf­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de als Bevoll­mäch­tig­ter erho­ben, die auf­grund der zeit­na­hen vor­an­ge­gan­ge­nen Befas­sung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und man­gels neu­er Argu­men­te oder abwei­chen­der Sach­ver­halts­ge­stal­tung erkenn­bar aus­sichts­los ist. Mit Beschluss vom 08.11.2018 wur­de dem Bevoll­mäch­tig­ten bereits die Auf­er­le­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr ange­droht 5. Den­noch hat er nun erneut Ver­fas­sungs­be­schwer­de als Bevoll­mäch­tig­ter erho­ben.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 28. Mai 2019 – 1 BvR 876/​19

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 25.05.2010 – 1 BvR 690/​10, 1 BvR 901/​10 5; Beschluss vom 20.07.2016 – 1 BvR 1979/​14 4; Beschluss vom 29.03.2017 – 1 BvR 373/​17 5[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.06.2004 – 1 BvR 915/​04, NJW 2004, S. 2959; Beschluss vom 20.07.2016 – 1 BvR 1979/​14 4[]
  3. vgl. BVerfGK 6, 219, 220; 10, 94, 97; BVerfG, Beschluss vom 29.03.2017 – 1 BvR 373/​17 6[]
  4. BVerfG, Urteil vom 18.07.2018 – 1 BvR 1675/​16 u.a., www.bverfg.de[]
  5. BVerfG, Beschluss vom 08.11.2018 – 1 BvR 1949/​18, 1 BvR 1950/​18, 1 BvR 2191/​18, 1 BvR 2250/​18[]