Miss­brauchs­ge­bühr für die sinn­lo­se Anein­an­der­rei­hung von Text­bau­stei­nen

Nach § 34 Abs. 2 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Gebühr bis zu 2.600 € auf­er­le­gen, wenn die Ein­le­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de einen Miss­brauch dar­stellt. Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung des­halb von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss 1.

Miss­brauchs­ge­bühr für die sinn­lo­se Anein­an­der­rei­hung von Text­bau­stei­nen

So ver­hält es sich in den hier ent­schie­de­nen 6 Fäl­len: Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den des Beschwer­de­füh­rers sind ange­sichts der erheb­li­chen Begrün­dungs­män­gel offen­sicht­lich unzu­läs­sig. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den zei­gen nicht ein­mal den zugrun­de­lie­gen­den Sach­ver­halt auf. Sie bestehen im Wesent­li­chen aus einer sinn­frei­en Anein­an­der­rei­hung von Text­bau­stei­nen zu ver­schie­de­nen Grund­rechts­ar­ti­keln und sind jeweils ohne Bezug zum kon­kre­ten Sach­ver­halt. Vom Beschwer­de­füh­rer konn­te die Ein­sicht, dass die Ein­le­gung sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­den völ­lig aus­sichts­los war, umso mehr erwar­tet wer­den, als er über die Vor­aus­set­zun­gen der Zuläs­sig­keit einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de bereits in zahl­rei­chen vor­aus­ge­gan­ge­nen Ver­fah­ren belehrt und im Beschluss vom 02.12 2014 2 kon­kret auf die Mög­lich­keit der Fest­set­zung bei Erhe­bung wei­te­rer offen­sicht­lich unzu­läs­si­ger Ver­fas­sungs­be­schwer­den hin­ge­wie­sen wor­den ist. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben durch für jeder­mann erkenn­bar unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­den gehin­dert zu wer­den, wodurch ande­ren Bür­gern der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann 3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 28. Juli 2015 – 1 BvR 2498/​14

  1. vgl. etwa BVerfGK 6, 219; 10, 94, 97; 14, 468, 470; stRspr[]
  2. BVerfG, Beschluss vom 02.12.2014 – 1 BvR 3094/​13 u.a.[]
  3. vgl. BVerfGK 6, 219; 10, 94, 97 m.w.N.; stRspr[]