Miss­brauchs­ge­bühr für eine offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Nach § 34 Abs. 2 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Gebühr bis zu 2.600 € auf­er­le­gen, wenn die Ein­le­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de einen Miss­brauch dar­stellt.

Miss­brauchs­ge­bühr für eine offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung des­halb von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss [1].

So ver­hält es sich für das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im hier ent­schie­de­nen Fall: Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist ange­sichts der Begrün­dungs­män­gel offen­sicht­lich unzu­läs­sig. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben durch für jeder­mann erkenn­bar unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­den gehin­dert zu wer­den, wodurch ande­ren Bür­gern der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann [2].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 11. Febru­ar 2015 – 1 BvR 160/​15

  1. vgl. etwa BVerfGK 6, 219; 10, 94, 97; 14, 468, 470; stRspr[]
  2. vgl. BVerfGK 6, 219; 10, 94, 97 m.w.N.; stRspr[]