Mit­wir­kung bei der Erstel­lung eines Buches als Neben­tä­tig­keit

Las­sen Aus­künf­te, die ein Jour­na­list über die Erstel­lung eines Buches begehrt, kei­ne Iden­ti­fi­zie­rung der kon­kret her­an­ge­zo­ge­nen Per­so­nen zu, kön­nen die Aus­künf­te nicht mit der Beru­fung auf schutz­wür­di­ge pri­va­te Inter­es­sen ver­wei­gert wer­den. Mit der Aus­kunfts­er­tei­lung ist auch kein unzu­mut­ba­rer Auf­wand wegen Durch­sicht von ca. 1500 Mit­ar­bei­ter­ak­ten ver­bun­den, wenn der Autor des Buches ohne Wei­te­res über die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen ver­fügt und ver­pflich­tet ist, die­se zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Mit­wir­kung bei der Erstel­lung eines Buches als Neben­tä­tig­keit

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Jour­na­lis­ten, der vom Bezirks­amt Neu­kölln dar­über Aus­kunft ver­langt hat, wie vie­le Mit­ar­bei­ter des Bezirks­am­tes in Neben­tä­tig­keit an der Erstel­lung des Buches des Bezirks­bür­ger­meis­ters Heinz Busch­kow­sky „Neu­kölln ist über­all“ betei­ligt waren und ob die­se Neben­tä­tig­kei­ten außer­halb der Arbeits­zeit aus­ge­führt wur­den. Der Bezirks­bür­ger­meis­ter hat­te das im Herbst 2012 erschie­ne­ne Buch als Pri­vat­per­son ver­öf­fent­licht. Die von dem Antrag­stel­ler erbe­te­nen Aus­künf­te hat­te das Bezirks­amt unter Beru­fung auf schutz­wür­di­ge pri­va­te Inter­es­sen der Mit­ar­bei­ter abge­lehnt und zudem gel­tend gemacht, dass ihm die begehr­ten Infor­ma­tio­nen nicht ohne Wei­te­res zur Ver­fü­gung stün­den, son­dern nur durch einen unzu­mut­ba­ren Auf­wand (Durch­sicht der Per­so­nal­ak­ten von ca. 1.500 Mit­ar­bei­tern) beschafft wer­den könn­ten. Durch Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin [1] ist das Bezirks­amt ver­pflich­tet wor­den, dem Jour­na­lis­ten Aus­kunft zu ertei­len. Dage­gen ist Beschwer­de ein­ge­legt wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg lie­ßen die begehr­ten Aus­künf­te kei­ne Iden­ti­fi­zie­rung der kon­kret vom Bezirks­bür­ger­meis­ter für die Erstel­lung des Buches her­an­ge­zo­ge­nen Per­so­nen zu. Das Bezirks­amt kön­ne sich auch nicht dar­auf beru­fen, dass die Ertei­lung der Aus­künf­te mit einem unver­hält­nis­mä­ßi­gen Auf­wand ver­bun­den sei. Der Bezirks­bür­ger­meis­ter ver­fü­ge als Autor des Buches ohne Wei­te­res über die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen und sei ver­pflich­tet, die­se dem Bezirks­amt zur Ver­fü­gung zu stel­len. Dem kön­ne er nicht ent­ge­gen­hal­ten, dass es sich bei der Arbeit an dem Buch um eine Pri­vat­an­ge­le­gen­heit gehan­delt habe. Er habe die ihm dienst­lich unter­stell­ten Mit­ar­bei­ter sei­nes Bezirks­am­tes zur Aus­übung einer anzei­ge- oder geneh­mi­gungs­pflich­ti­gen Neben­tä­tig­keit her­an­ge­zo­gen und damit zu einem dienst­lich rele­van­ten Han­deln ver­an­lasst. Sei­ne Kennt­nis von den betref­fen­den Neben­tä­tig­kei­ten habe er auch in sei­ner Funk­ti­on als Bezirks­bür­ger­meis­ter und nicht ledig­lich als Pri­vat­mann erhal­ten. Er sei gehal­ten, sei­ne Kennt­nis­se dem Bezirks­amt gegen­über zu offen­ba­ren, eine ent­spre­chen­de Anwei­sung des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters sei nicht erfor­der­lich.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 13. März 2013 – 6 S 4.13

  1. VG Ber­lin, Beschluss vom 14.01.2013 – 27 L 264.12[]