Möl­le­mann-Spen­den

Die vom Deut­schen Bun­des­tag aus­ge­spro­che­nen Sank­tio­nen gegen die FDP wegen der Möl­le­mann-Spen­den sind nach dem Par­tei­en­gesetz gerecht­fer­tigt.

Möl­le­mann-Spen­den

So die Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg. Der FDP-Lan­des­ver­band Nord­rhein-West­fa­len hat­te in den Jah­ren 1996 bis 2000 und 2002 10 Bar- und Sach­spen­den in Höhe von ins­ge­samt über 2,2 Mil­lio­nen Euro von sei­nem dama­li­gen Lan­des­vor­sit­zen­den Herrn Jür­gen W. Möl­le­mann erlangt, der auf eine Aus­kunfts­kla­ge spä­ter erklärt hat, dass das Geld aus sei­nem Pri­vat­ver­mö­gen stam­me. Der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges hat gegen die FDP mit Bescheid Sank­tio­nen erlas­sen gegen die sich die Par­tei zur Wehr setzt.

Die Beru­fung der kla­gen­den FDP gegen ein Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin 1 hat nun das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg zurück­ge­wie­sen. Bestä­tigt wur­de damit ein Bescheid des Prä­si­den­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges vom 2. Juli 2009, mit dem gegen die FDP (Bund) Sank­tio­nen in Form von Rück­erstat­tungs- und Abfüh­rungs­ver­pflich­tun­gen in Höhe von ins­ge­samt 3.463.148,79 EUR fest­ge­setzt wur­den. Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts sind die vom Deut­schen Bun­des­tag aus­ge­spro­che­nen Sank­tio­nen nach dem Par­tei­en­gesetz gerecht­fer­tigt. Die Sach­spen­den sei­en nicht ent­spre­chend dem Par­tei­en­gesetz unter Anga­be des Namens des Spen­ders in den Rechen­schafts­be­rich­ten der Par­tei ver­öf­fent­licht wor­den. Die Bar­spen­den sei­en von der Klä­ge­rin wegen eines Ver­sto­ßes gegen ein Spen­den­an­nah­me­ver­bot rechts­wid­rig erlangt wor­den. Das Par­tei­en­gesetz ver­bie­tet Par­tei­en, Spen­den anzu­neh­men, bei denen zum Zeit­punkt der Annah­me der Spen­de der Spen­der nicht festell­bar ist. Dies dient dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Trans­pa­renz- und Publi­zi­täts­ge­bot, wonach Par­tei­en über die Her­kunft ihrer Mit­tel öffent­lich Rechen­schaft geben müs­sen (Art. 21 Abs. 1 Satz 4 GG). Für die Vor­stän­de der Klä­ge­rin sei zum Zeit­punkt der Annah­me der Bar­spen­den der wirk­li­che Spen­der nicht – etwa an Hand von Akten oder Kon­to­füh­rungs­un­ter­la­gen – fest­stell­bar gewe­sen. Der dama­li­ge Schatz­meis­ter und Haupt­ge­schäfts­füh­rer der FDP-Nord­rhein-West­fa­len habe mit dem Spen­der Möl­le­mann in der Wei­se zusam­men­ge­wirkt, dass der wirk­li­che Spen­der weder der Par­tei noch der Öffent­lich­keit im Rechen­schafts­be­richt bekannt wer­den soll­te. Die Bar­spen­den sei­en „gestü­ckelt“ und unter Ver­wen­dung fal­scher Spen­der­na­men auf Kon­ten der Par­tei ein­ge­zahlt wor­den.

Die Höhe der par­tei­en­recht­li­chen Sank­tio­nen für rechts­wid­rig erlang­te oder nicht im Rechen­schafts­be­richt ver­öf­fent­lich­te Spen­den sind in § 23a Par­tei­en­gesetz 1994 gesetz­lich vor­ge­ge­ben. Sie sind nicht auf einen recht­li­chen Schuld­vor­wurf an die Par­tei gerich­tet, son­dern sol­len die ver­fas­sungs­recht­lich gefor­der­te Trans­pa­renz und Publi­zi­tät der Her­kunft von Par­tei­spen­den sichern.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 28. Novem­ber 2011 – OVG 3a B 2.11

  1. Urteil vom 08.12.2009[]