Moschee­bau in Iser­lohn

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg hat eine Kla­ge gegen den Bau einer Moschee in Iser­lohn abge­wie­sen. Mit der Kla­ge hat­te sich der Eigen­tü­mer eines Nach­bar­grund­stücks gegen die von der Stadt Iser­lohn erteil­te Bau­ge­neh­mi­gung für die Moschee im Gewer­be­ge­biet „Baren­dor­fer Bruch“ gewandt.

Moschee­bau in Iser­lohn

Geplant ist dort eine Moschee mit zwei jeweils 57 qm gro­ßen Gebets­hal­len und einem Mina­rett. Sie soll den etwa 70 in Iser­lohn ansäs­si­gen Mit­glie­dern der Ahma­di­y­ya Mus­lim Glau­bens­ge­mein­schaft die­nen. Der Klä­ger, der auf dem Nach­bar­grund­stück bis 2010 eine inzwi­schen an einen ande­ren Stand­ort ver­la­ger­te Dru­cke­rei betrieb, hat­te mit sei­ner Kla­ge gel­tend gemacht, bei Errich­tung der Moschee müs­se er wegen der von sei­nem Betrieb aus­ge­hen­den Stö­run­gen befürch­ten, dass es zu Ein­schrän­kun­gen in der Aus­übung sei­nes Gewer­bes kom­men wer­de. Bei einer Geneh­mi­gung des Vor­ha­bens sei, auch wegen eines in dem Gebiet bereits vor­han­de­nen evan­ge­li­schen Gemein­de­zen­trums, damit zu rech­nen, dass die im Gewer­be­ge­biet nur aus­nahms­wei­se zuläs­si­gen Nut­zun­gen über­hand näh­men.

Die­sen Argu­men­ten ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg nicht gefolgt: Die Geneh­mi­gung ver­sto­ße nicht gegen nach­bar­schüt­zen­de Vor­schrif­ten des Bau­pla­nungs­rechts. Die Geneh­mi­gung sei nicht an den Bestim­mun­gen des 1983 beschlos­se­nen Bebau­ungs­pla­nes zu mes­sen, weil die­ser Plan unwirk­sam sei. Die in ihm getrof­fe­nen Rege­lung, dass die Gewer­be­be­trie­be im Plan­ge­biet Vor­keh­run­gen zu tref­fen hät­ten, damit bestimm­te Lärm­grenz­wer­te in den angren­zen­den Wohn­ge­bie­ten nicht über­schrit­ten wür­den, sei mit den bau­recht­li­chen Vor­schrif­ten nicht ver­ein­bar. Ein der­ar­ti­ger von einer Viel­zahl unter­schied­li­cher Betrie­be und Anla­gen im Plan­ge­biet ins­ge­samt ein­zu­hal­ten­der „Zaun­wert“ (Sum­men­pe­gel) kön­ne nicht umge­setzt wer­den. Denn er tref­fe kei­ne Aus­sa­ge dazu, wel­che Emmis­sio­nen von einem bestimm­ten Grund­stück im Plan­ge­biet aus­ge­hen dürf­ten.

Gegen die unter die­sen Umstän­den maß­geb­li­chen Bestim­mun­gen des Bau­rechts ver­sto­ße der geplan­te Bau nicht. Er ver­let­ze ins­be­son­de­re nicht das bau­recht­li­che Gebot der Rück­sicht­nah­me. Es sei nicht ersicht­lich, dass die Dru­cke­rei des Klä­gers mit unzu­mut­ba­ren Beläs­ti­gun­gen für die geplan­te Moschee ver­bun­den sei und er daher Beschrän­kun­gen sei­nes Betrie­bes befürch­ten müs­se. Dabei kom­me es nicht dar­auf an, ob dem Klä­ger, der sei­ne Dru­cke­rei an dem frü­he­ren Stand­ort ohne Bau­ge­neh­mi­gung betrie­ben habe, über­haupt noch eine schüt­zens­wer­te Rechts­po­si­ti­on zuste­he. Denn es gebe kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te dafür, dass sich die Moschee unzu­mut­ba­ren Beläs­ti­gun­gen oder Stö­run­gen durch den vor­ma­li­gen Gewer­be­be­trieb des Klä­gers aus­ge­setzt hät­te. Die­ser habe der­ar­ti­ge Anhalts­punk­te nicht sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Urteil vom 17. Juni 2011 – 12 K 1076/​10