Musik­an­la­ge beim Stra­ßen­han­del

Die Erlaub­nis zum ambu­lan­ten Stra­ßen­han­del (Pin­gel­schein) darf unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung wider­ru­fen wer­den, wenn ent­ge­gen der Erlaub­nis kein ambu­lan­ter Han­del im Umher­zie­hen statt­fin­det, son­dern ein "befris­te­ter orts­fes­ter Han­del" aus­ge­übt wird.

Musik­an­la­ge beim Stra­ßen­han­del

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len zwei­er Stra­ßen­händ­ler ent­schie­den, die gegen die sofor­ti­ge Voll­zie­hung des Wider­rufs ihrer Pin­gel­schei­ne vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver vor­läu­fi­gen Rechts­schutz bean­tragt hat­ten. Die Pin­gel­schei­ne waren den Stra­ßen­händ­lern von der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver ent­zo­gen wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Han­no­ver berech­tigt die Erlaub­nis nach der Son­der­nut­zungs­sat­zung der Stadt nur zum "ambu­lan­ten Han­del im Umher­zie­hen bzw. -fah­ren, wobei das Ver­wei­len an einer Stel­le ledig­lich der Bedie­nung vor­han­de­ner Kun­den die­nen darf". Das Auf­stel­len von Son­nen­schir­men und Musik­an­la­gen ist ver­bo­ten. Die­se Rege­lun­gen sind recht­mä­ßig.

Im Fal­le der bei­den Stra­ßen­händ­ler hat­te die Stadt über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg fest­ge­stellt, dass die Ver­käu­fer mit ihren Ver­kaufs­an­la­gen nicht umher­zo­gen, son­dern "befris­te­ten orts­fes­ten Han­del" aus­üb­ten, weil sie ihre Stän­de – auch infol­ge der Bela­dung – gar nicht bewe­gen konn­ten. Sie blie­ben viel­mehr an einer bestimm­ten und lukra­ti­ven Stel­le ste­hen und stell­ten zudem mehr­fach die ver­bo­te­nen Son­nen­schir­me und Musik­an­la­gen auf. Eine Erlaub­nis für den „orts­fes­ten Han­del" hat­ten die bei­den Stra­ßen­händ­ler jedoch weder bean­tragt, noch war ihnen die­se erteilt wor­den. Da wei­te­re Rechts­ver­stö­ße durch die bei­den Stra­ßen­händ­ler droh­ten, hielt das Ver­wal­tungs­ge­richt den sofor­ti­gen Wider­ruf der erteil­ten Pin­gel­schei­ne bei sum­ma­ri­scher Über­prü­fung für recht­mä­ßig. Die Eil­an­trä­ge wur­den abge­lehnt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Beschlüs­se vom 6. August 2013 – 7 B 5360/​13 und 7 B 5361/​13