Natur- und Umwelt­schu­le

Der Frei­staat Sach­sen muss nach einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Dres­den den Betrieb der »Natur- und Umwelt­schu­le – staat­lich geneh­mig­te Grund­schu­le« in Dres­den vor­läu­fig geneh­mi­gen und die Auf­nah­me des Schul­be­triebs zum 22.8.2011 gestat­ten. Der pri­va­te Trä­ger der »Natur- und Umwelt«-Grundschule konn­te im Eil­ver­fah­ren ein beson­de­res päd­ago­gi­sches Inter­es­se für sein Kon­zept der »sozia­len, öko­no­mi­schen und poli­ti­schen Aspek­te des ver­ant­wort­li­chen Umgangs mit Natur und Umwelt« glaub­haft machen.

Natur- und Umwelt­schu­le

Um Rechts­schutz nach­ge­sucht hat­te ein Ver­ein, dem die Säch­si­sche Bil­dungs­agen­tur die Geneh­mi­gung zum Betrieb einer frei­en Schu­le mit dem Namen »Natur- und Umwelt­schu­le« ver­sagt hat­te. Die Bil­dungs­agen­tur ver­moch­te ein beson­de­res päd­ago­gi­sches Inter­es­se im Sin­ne des Art. 7 Abs 5 GG für den Betrieb die­ser Schu­le nicht zu erken­nen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den sah dies anders: Zen­tra­ler Gedan­ke des Schul­kon­zepts des Antrag­stel­lers sei die Wei­ter­ent­wick­lung der Wald­kin­der­gar­ten­päd­ago­gik auf die Grund­schu­le. Eine Schu­le, die an die­se päd­ago­gi­sche Rich­tung anknüp­fe, gebe es in Dres­den bis­lang nicht. Wie bei den Wald­kin­der­gär­ten soll­ten Umwelt, Nach­hal­tig­keit und Natur nicht nur wie im staat­li­chen Lehr­plan the­ma­ti­siert und in Exkur­sio­nen erlebt wer­den. Viel­mehr sol­le auch der Unter­richt zu gro­ßen Tei­len in die Natur ver­legt wer­den. Lesen, Schrei­ben und Rech­nen soll­ten die Kin­der nicht im Klas­sen­zim­mer, son­dern im Wald oder auf frei­en Plät­zen ler­nen. Dabei erhof­fe sich der freie Schul­trä­ger von die­sem Lern­ort­wech­sel viel­fäl­ti­ge Anre­gun­gen für den Pro­zess und die Inhal­te des Ler­nens. Die Rich­ter waren der Auf­fas­sung, dass sich die­ser Ansatz neben wei­te­ren Aspek­ten gewich­tig von dem Lern­an­satz staat­li­cher Grund­schu­len in Sach­sen unter­schei­de, so vari­an­ten­reich die­se auch sei­en. Von der Bil­dungs­agen­tur geäu­ßer­te Zwei­fel an der Qua­li­fi­ka­ti­on der Lehr­kräf­te für den Auf­bau der »Natur- und Umwelt­schu­le« teil­ten die Rich­ter mit Blick auf Aus­bil­dung und Wer­de­gang der Päd­ago­gen nicht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den, Beschluss vom 16. August 2011 – 5 L 392/​11