Nie­der­sach­sen an der Lei­ne

Ein Lei­nenzwang kann auf der Grund­la­ge des § 13 Abs. 1 NHundG i.V.m. § 11 Nds.SOG unab­hän­gig davon ange­ord­net wer­den, ob ein Hund gefähr­lich im Sin­ne des § 3 NHundG ist 1. Für eine der­ar­ti­ge Anord­nung ist es nicht erfor­der­lich, dass ein Hund bereits durch Bei­ßen von Men­schen oder Tie­ren oder sons­ti­ges aggres­si­ves Ver­hal­ten auf­fäl­lig gewor­den ist 2. Das Nie­der­säch­si­sche Gesetz über das Hal­ten von Hun­den (NHundG) zielt näm­lich – wie sich aus den §§ 1 und 2 MHundG ergibt – umfas­send auf die Abwehr von Gefah­ren, die durch Hun­de jeder Art und den unsach­ge­mä­ßen Umgang von Men­schen mit Hun­den ent­ste­hen kön­nen 3.

Nie­der­sach­sen an der Lei­ne

Ein Lei­nenzwang als Maß­nah­me der Gefah­ren­ab­wehr setzt aller­dings das Vor­lie­gen einer von dem betref­fen­den Hund aus­ge­hen­den kon­kre­ten Gefahr vor­aus. Dar­un­ter ist nach der Legal­de­fi­ni­ti­on in § 2 Nr. 1 a Nds.SOG eine Sach­la­ge zu ver­ste­hen, bei der im ein­zel­nen Fall die hin­rei­chen­de Wahr­schein­lich­keit besteht, dass in abseh­ba­rer Zeit ein Scha­den für die öffent­li­che Sicher­heit oder Ord­nung ein­tre­ten wird. Hier­an gemes­sen lie­gen nach gegen­wär­ti­gem Erkennt­nis­stand hin­rei­chen­de Anhalts­punk­te für die Annah­me einer der­ar­ti­gen Gefah­ren­la­ge vor.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 13. August 2009 – 11 ME 287/​09

  1. vgl. etwa OVG Lüne­burg, Beschlüs­se vom 01.10.2007 – 11 ME 343/​07 – und vom 08.06.2006 – 11 LA 356/​05[]
  2. vgl. BayVGH, Beschluss vom 13.01.2005 – 24 ZB 04.664[]
  3. eben­so OVG NRW, Beschluss vom 14.02.2005 – 5 B 2488/​04, zur ver­gleich­ba­ren Rechts­la­ge in Nord­rhein-West­fa­len[]