Not­fall­ein­satz­ab­rech­nung bei der Fuß­ball-WM 2006

Die Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen der Ber­li­ner Feu­er­wehr und der AOK nimmt Bezug auf die Feu­er­wehr­be­nut­zungs­ge­büh­ren­ord­nung, wonach ein abrech­nungs­fä­hi­ger Ein­satz der Ber­li­ner Feu­er­wehr nicht vor­liegt, wenn der Not­fall­ret­tungs­ein­satz mit "Fremd­fahr­zeu­gen" erfolgt.

Not­fall­ein­satz­ab­rech­nung bei der Fuß­ball-WM 2006

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Abrech­nung von Ein­sät­zen wäh­rend der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2006 ent­schie­den. Die Ber­li­ner Feu­er­wehr rech­net seit Jahr­zehn­ten die Ein­sät­ze in der Not­fall­ret­tung für gesetz­lich Ver­si­cher­te auf der Grund­la­ge einer ent­spre­chen­den Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung unmit­tel­bar mit der AOK ab. Für die Zeit der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2006 ver­pflich­te­te die Ber­li­ner Feu­er­wehr ver­schie­de­ne Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen – zu denen der Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund, Deut­sches Rotes Kreuz, Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe und der Mal­te­ser-Hilfs­dienst gehör­ten – im Wege einer Not­stands­maß­nah­me dazu, ihr zusätz­lich Ret­tungs­fahr­zeu­ge und ‑per­so­nal zur Ver­fü­gung zu stel­len; außer­dem war 2007 ein Not­arzt­wa­gen des Bun­des­wehr­kran­ken­hau­ses in Ber­lin für die Ber­li­ner Feu­er­wehr im Ein­satz. Die von der Ber­li­ner Feu­er­wehr hier­für in Rech­nung gestell­ten Gebüh­ren – nach der Tarif­stel­le für einen Ein­satz der Feu­er­wehr – in Höhe von ins­ge­samt rund 820.000 € zahl­te die AOK nur unter Vor­be­halt und erhob Ende 2010 Kla­ge auf Rück­zah­lung.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin nimmt die Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen der Ber­li­ner Feu­er­wehr und der AOK Bezug auf die Feu­er­wehr­be­nut­zungs­ge­büh­ren­ord­nung Bezug. Danach liegt ein abrech­nungs­fä­hi­ger Ein­satz der Ber­li­ner Feu­er­wehr nicht vor, wenn – wie hier – der Not­fall­ret­tungs­ein­satz mit "Fremd­fahr­zeu­gen" erfolgt. Der Gesetz- bzw. Ver­ord­nungs­ge­ber hat jeden­falls mit der Novel­le des Ret­tungs­dienst­ge­set­zes im Jahr 2004 bewusst zwi­schen Ein­sät­zen der Feu­er­wehr und Ein­sät­zen der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen unter­schie­den. Letz­te­re wer­den zu geson­der­ten Ent­gel­ten und von den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen unmit­tel­bar mit der AOK abge­rech­net. Ein­sät­ze der Bun­des­wehr hat der Gesetz­ge­ber über­haupt nicht im Blick gehabt (vgl. hier­zu auch VG Ber­lin, Urteil vom 25.10.2011 – 21 K 85.10)) . Sons­ti­ge Rechts­grund­la­gen, nach denen die Ber­li­ner Feu­er­wehr die Ein­sät­ze unmit­tel­bar mit der AOK abrech­nen kann, feh­len der­zeit.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urtei­le vom 28. Febru­ar 2012 – 21 K 571.10 und 21 K 572.10