Nur vier York­shire­ter­ri­er im Wohn­ge­biet

Eine Bau­auf­sichts­be­hör­de kann von einem Eigen­tü­mer, des­sen Haus in einer von Wohn­nut­zung gepräg­ten Umge­bung steht, eine Redu­zie­rung der Anzahl von York­shire­ter­ri­ern auf vier Hun­de for­dern.

Nur vier York­shire­ter­ri­er im Wohn­ge­biet

In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Fall sind die Klä­ger seit Dezem­ber 2008 Eigen­tü­mer eines mit einem Wohn­haus bebau­ten und in Orts­rand­la­ge befind­li­chen Grund­stücks einer Orts­ge­mein­de im Wes­ter­wald­kreis. In der nähe­ren Umge­bung befin­den sich meh­re­re Ein­fa­mi­li­en­häu­ser. Auf dem Grund­stück hiel­ten die Klä­ger bis zum Beginn des Jah­res 2010 zeit­wei­se zehn York­shire­ter­ri­er und züch­te­ten im gerin­gen Umfang die Tie­re (ein bis zwei Wür­fe pro Jahr). Spe­zi­el­le bau­li­che Anla­gen für die Tie­re waren nicht vor­han­den. Nach Nach­bar­be­schwer­den unter­sag­te der Wes­ter­wald­kreis den Klä­gern die Hal­tung von mehr als vier Hun­den auf ihrem Grund­stück. Die hier­ge­gen nach Ein­le­gung des Wider­spruchs erho­be­ne Untä­tig­keits­kla­ge blieb erfolg­los.

Die Anord­nung sei recht­mä­ßig, urteil­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz. Die Hal­tung von zehn York­shire­ter­ri­ern auf dem Anwe­sen der Klä­ger sei eine nicht geneh­mig­te Nut­zungs­än­de­rung, die das Maß der zuläs­si­gen Tier­hal­tung in einer durch Wohn­nut­zung gepräg­ten Umge­bung offen­sicht­lich über­schrei­te. Von der­art vie­len Tie­ren gehe für die Nach­barn eine unzu­mut­ba­re Lärm­be­läs­ti­gung aus. Es ent­spre­che der all­ge­mei­nen Erfah­rung, dass sich Hun­de gegen­sei­tig anbell­ten. All dies voll­zie­he sich nicht nur am Tag, son­dern auch wäh­rend der beson­ders schutz­be­dürf­ti­gen Abend‑, Nacht- und frü­hen Mor­gen­stun­den. Nichts ande­res gel­te auch für die eher klei­nen York­shire­ter­ri­er, zumal deren Bel­len als hoch­to­nig ein­zu­stu­fen sei. Mit­hin ver­sto­ße die­se Hun­de­hal­tung gegen das bau­pla­nungs­recht­li­che Rück­sicht­nah­me­ge­bot. Ange­sichts des­sen sei der Wes­ter­wald­kreis berech­tigt, von den Klä­gern eine Redu­zie­rung der Anzahl der Hun­de auf maxi­mal vier Tie­re zu for­dern.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 6. Janu­ar 2011, 1 K 944/​10.KO