Öffent­lich-recht­lich oder bür­ger­lich-recht­lich?

Nach § 13 GVG ist der ordent­li­che Rechts­weg für alle bür­ger­li­chen Rechts­strei­tig­kei­ten und Straf­sa­chen eröff­net, für die nicht ent­we­der die Zustän­dig­keit von Ver­wal­tungs­be­hör­den oder Ver­wal­tungs­ge­rich­ten begrün­det ist oder auf­grund von Vor­schrif­ten des Bun­des­rechts beson­de­re Gerich­te bestellt oder zuge­las­sen sind.

Öffent­lich-recht­lich oder bür­ger­lich-recht­lich?

Ob eine Strei­tig­keit öffent­lich-recht­lich oder bür­ger­lich-recht­lich ist, rich­tet sich, wenn eine aus­drück­li­che Rechts­weg­zu­wei­sung des Gesetz­ge­bers fehlt, nach der Natur des Rechts­ver­hält­nis­ses, aus dem der Kla­ge­an­spruch her­ge­lei­tet wird 1. Die­ser Grund­satz bestimmt die Aus­le­gung sowohl von § 13 GVG als auch wei­te­rer Rechts­weg­zu­wei­sun­gen außer­halb der ordent­li­chen Gerichts­bar­keit, wie z.B. in § 40 Abs. 1 VwGO 2. Die Rechts­na­tur eines Ver­tra­ges bestimmt sich danach, ob der Ver­trags­ge­gen­stand dem öffent­li­chen oder dem bür­ger­li­chen Recht zuzu­rech­nen ist 3. Dabei ist für den öffent­lich-recht­li­chen Ver­trag zwi­schen einem Trä­ger öffent­li­cher Ver­wal­tung und einer Pri­vat­per­son typisch, dass er an die Stel­le einer sonst mög­li­chen Rege­lung durch Ver­wal­tungs­akt tritt (vgl. § 54 Satz 2 VwVfG).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Mai 2009 – XII ZB 166/​08

  1. GmS-OGB, Beschluss vom 4. Juli 1974 – GmS-OGB 2/​73NJW 1974, 2087; BGH, Beschluss vom 9. April 2009 – III ZR 200/​08 – zur Ver­öf­fent­li­chung bestimmt Tz. 3[]
  2. GmS-OGB, BGHZ 97, 312, 313 f. = NJW 1986, 2359[]
  3. GmS-OGB, BGHZ 97, 312, 314 = NJW 1986, 2359; BSGE 35, 47, 50[]