Opus Dei-Gym­na­si­um für Jun­gen

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat heu­te in einem Beru­fungs­ver­fah­ren ent­schie­den, dass ein Jun­gen­gym­na­si­um im Land Bran­den­burg grund­sätz­lich als staat­lich aner­kann­te Ersatz­schu­le geneh­migt wer­den kann.

Opus Dei-Gym­na­si­um für Jun­gen

Das beklag­te Minis­te­ri­um für Bil­dung, Jugend und Sport hat­te die Geneh­mi­gung für ein der­ar­ti­ges Gym­na­si­um mit der Begrün­dung abge­lehnt, dass eine rei­ne Jun­gen­schu­le eine öffent­li­che Schu­le nicht erset­zen kön­ne. Für die öffent­li­chen Schu­len sehe das Bran­den­bur­gi­sche Schul­ge­setz koedu­ka­ti­ven Unter­richt vor. Die Unter­rich­tung und Erzie­hung nur eines Geschlechts wider­spre­che außer­dem ver­fas­sungs­recht­li­chen und völ­ker­recht­li­chen Rege­lun­gen, die als Erzie­hungs­ziel eine Gleich­stel­lung der Geschlech­ter for­der­ten.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Pots­dam hat­te der hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge des pri­va­ten, dem Opus Dei ver­bun­de­nen Ver­eins, der die Schu­le errich­ten will, statt­ge­ge­ben und das Minis­te­ri­um ver­pflich­tet, über den Geneh­mi­gungs­an­trag erneut zu ent­schei­den. Die Beru­fung des Minis­te­ri­ums blieb nun auch vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ohne Erfolg:

Ein Jun­gen­gym­na­si­um ist unter Berück­sich­ti­gung der ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­ten Pri­vat­schul­frei­heit auch im Land Bran­den­burg als Ersatz­schu­le geneh­mi­gungs­fä­hig, ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg. Koedu­ka­ti­on sei kein die Schul­struk­tur betref­fen­des Prin­zip. Es sei auch weder ersicht­lich noch nach­ge­wie­sen, dass die allei­ni­ge Unter­rich­tung und Erzie­hung von Jun­gen oder Mäd­chen dem Erzie­hungs­ziel einer Gleich­stel­lung und Gleich­be­hand­lung der Geschlech­ter grund­sätz­lich wider­spre­che.

Ob dies auf Grund des hier vor­lie­gen­den Schul­kon­zep­tes anders zu beur­tei­len sei, kön­ne der­zeit nicht abschlie­ßend beur­teilt wer­den; dies müs­se das Minis­te­ri­um gege­be­nen­falls bei der erneu­ten Ent­schei­dung über den Geneh­mi­gungs­an­trag prü­fen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 8. Sep­tem­ber 2011 – OVG 3 B 24.09