Pass­pflicht für Flücht­lin­ge

Die Erfül­lung der Pass­pflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 4 Auf­en­thG dient nicht allein der Fest­stel­lung der Iden­ti­tät des Pas­sin­ha­bers. Viel­mehr gewähr­leis­ten ein gül­ti­ger Pass oder Passersatz wie der Rei­se­aus­weis nach Art. 28 GFK auch die Ver­pflich­tung zur Wie­der­auf­nah­me der betref­fen­den Per­son durch den das Doku­ment aus­stel­len­den Staat.

Pass­pflicht für Flücht­lin­ge

Die Erfül­lung der Pass­pflicht stellt eine Regeler­tei­lungs­vor­aus­set­zung nach § 5 Abs. 1 Nr. 4 Auf­en­thG dar. Der Flücht­ling kann sei­ner Pass­pflicht auch durch Vor­la­ge eines gül­ti­gen Passersat­zes nach­kom­men (§ 3 Abs. 1 Satz 1 Auf­en­thG). Als Passersatz gilt nach § 3 Abs. 1 und Abs. 3 Nr. 1 i.V.m. § 1 Abs. 3 Nr. 2 Auf­enthV auch der Rei­se­aus­weis für Flücht­lin­ge im Sin­ne von Art. 28 GFK.

Eine fran­zö­si­sche Auf­ent­halts­er­laub­nis stellt kein Rei­se­do­ku­ment dar. Zwar kann die Iden­ti­tät des Flücht­lings auch durch ande­re Doku­men­te als den Rei­se­aus­weis nach Art. 28 GFK nach­ge­wie­sen wer­den. Der Gesetz­ge­ber ver­langt aber in § 5 Abs. 1 Nr. 4 Auf­en­thG die Erfül­lung der Pass­pflicht als wei­te­re, zur Iden­ti­täts­klä­rung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1a Auf­en­thG hin­zu­tre­ten­de Vor­aus­set­zung für die Ertei­lung einer Auf­ent­halts­er­laub­nis. Denn nur ein Pass oder ein Passersatz wie der Rei­se­aus­weis nach Art. 28 GFK gewähr­leis­ten im Rah­men ihrer Gel­tungs­dau­er auch die Ver­pflich­tung zur Wie­der­auf­nah­me der betref­fen­den Per­son durch den das Doku­ment aus­stel­len­den Staat im Fall der Not­wen­dig­keit oder des Wun­sches zur Rück­kehr 1.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 17. Juni 2013 – 10 B 1.13

  1. vgl. hier­zu Zif­fer 3.4 der All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift zum Auf­ent­halts­ge­setz vom 26.10.2009, GMBl 2009, 877; und Para­graph 13 des Anhangs zur GFK, BGBl II 1953, 559, 585[]