Platz­ver­ga­be an Ber­li­ner Ober­schu­len

Das Ver­fah­ren für die Ver­ga­be von Ober­schul­plät­zen nach dem neu­en Ber­li­ner Schul­ge­setz ist recht­lich nicht zu bean­stan­den, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin.

Platz­ver­ga­be an Ber­li­ner Ober­schu­len

Zum Schul­jahr 2011/​2012 hat der Lan­des­ge­setz­ge­ber das Ber­li­ner Schul­ge­setz geän­dert. Danach erfolgt die Ver­ga­be der Schul­plät­ze an Ober­schu­len für den Fall, dass die Zahl der Anmel­dun­gen für eine Schu­le deren Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät über­schrei­tet, nach fol­gen­dem Ver­fah­ren: Bis zu 10 Pro­zent der vor­han­de­nen Schul­plät­ze sind für beson­de­re Här­te­fäl­le vor­ge­se­hen, min­des­tens 60 Pro­zent der Schul­plät­ze wer­den nach Auf­nah­me­kri­te­ri­en ver­ge­ben, die von der Schu­le unter Berück­sich­ti­gung des Schul­pro­gramms fest­ge­legt wer­den, und wei­te­re 30 Pro­zent der Schul­plät­ze wer­den durch Los ver­ge­ben. Das bis­her gel­ten­de Kri­te­ri­um der Erreich­bar­keit der Schu­le spielt dem­ge­gen­über kei­ne Rol­le mehr.

Eine Rei­he von Antrag­stel­lern, die sich ver­geb­lich um einen Platz an der Carl-Zeiss-Ober­schu­le im Bezirk Tem­pel­hof-Schö­ne­berg bemüht hat­ten, hat gel­tend gemacht, das Aus­wahl­ver­fah­ren sei feh­ler­haft gewe­sen. Ins­be­son­de­re wand­ten sie ein, dass die Schu­le eine Durch­schnitts­no­te zum Aus­wahl­kri­te­ri­um gemacht habe, obwohl es sich um eine Inte­grier­te Sekun­dar­schu­le han­de­le. Fak­tisch wür­den hier­durch jeden­falls beson­ders begehr­te Sekun­dar­schu­len zu „Qua­si-Gym­na­si­en“.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat nun die neu­en gesetz­li­chen Vor­ga­ben und deren behörd­li­che Umset­zung gebil­ligt. Bei der Aus­wahl habe die Behör­de die Durch­schnitts­no­te her­an­zie­hen dür­fen. Eine bis­lang bei der Ver­ga­be von Schul­plät­zen an Gesamt­schu­len gefor­der­te hete­ro­ge­ne Zusam­men­set­zung der Schü­ler­schaft sei gesetz­lich nicht mehr vor­ge­se­hen. Im Übri­gen füh­re das Leis­tungs­kri­te­ri­um nicht zur Zugangs­be­schrän­kung zur Schul­art Inte­grier­te Gesamt­schu­le. Es han­de­le sich viel­mehr ledig­lich um ein Instru­ment zur will­kürfrei­en Ver­ga­be der Schul­plät­ze bei Über­nach­fra­ge. Damit sei ein trans­pa­ren­tes und rechts­staat­li­ches Ver­fah­ren gewähr­leis­tet. Ange­sichts des dem Gesetz­ge­ber zuste­hen­den Pro­gno­se­spiel­raums habe das Gericht auch nicht zu prü­fen, ob ande­re Ver­ga­be­ver­fah­ren bes­ser geeig­net sei­en.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 1. August 2011 – VG 14 L 157.11 (u.a.).