Platz­ver­weis für rech­te Demons­tran­ten

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz hält einen poli­zei­li­chen Platz­ver­weis gegen den Orga­ni­sa­tor eines "Win­ter­tref­fens" der NPD/​Junge Natio­nal­de­mo­kra­ten für recht­mä­ßig.

Platz­ver­weis für rech­te Demons­tran­ten

Der Lan­des­ver­band Baden-Würt­tem­berg der NPD/​Junge Natio­nal­de­mo­kra­ten ver­an­stal­tet vom 27. Dezem­ber 2010 bis 2. Janu­ar 2011 in Alten­glan ein soge­nann­tes Win­ter­tref­fen, zu dem sich nach Erkennt­nis­sen des Poli­zei­prä­si­di­ums West­pfalz über 100 Per­so­nen aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet ange­mel­det haben. Die Ver­an­stal­tung soll­te ursprüng­lich in Stadt­kyll statt­fin­den. Als Ver­an­stal­ter trat dort das Mit­glied eines inzwi­schen ver­bo­te­nen rechts­ex­tre­men Jugend­ver­ban­des auf. Nach­dem die Ver­mie­te­rin den Miet­ver­trag über den Ver­an­stal­tungs­raum in Stadt­kyll gekün­digt hat­te, wur­de die Ver­an­stal­tung nach Alten­glan ver­legt. Den für den Ersatz­raum not­wen­di­ge Miet­ver­trag hat der Antrag­stel­ler abge­schlos­sen. Das Poli­zei­prä­si­di­um West­pfalz hat ihm gegen­über einen Platz­ver­weis aus­ge­spro­chen. Den hier­ge­gen gestell­ten Eil­an­trag hat das Ver­wal­tungs­ge­richt abge­lehnt, weil bei der Ver­an­stal­tung die Bege­hung rechts­ex­tre­mer Straf­ta­ten, wie z. B. Volks­ver­het­zung und die Ver­brei­tung von Pro­pa­gan­da­mit­teln ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen dro­he. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung.

Ein poli­zei­li­cher Platz­ver­weis kön­ne erge­hen, wenn von der betrof­fe­nen Per­son eine Gefahr für die öffent­li­che Sicher­heit aus­ge­he. Dies sei beim Antrag­stel­ler der Fall. Als Orga­ni­sa­tor unter­stüt­ze er die Bege­hung rechts­ex­tre­mis­ti­scher Straf­ta­ten, mit denen bei dem "Win­ter­tref­fen" zu rech­nen sei.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 30. Dezem­ber 2010 – 7 B 11436/​10.OVG