Post­aus­gangs­kon­trol­le – und das Frist­fax

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs genügt ein Rechts­an­walt sei­ner Pflicht zur wirk­sa­men Aus­gangs­kon­trol­le frist­wah­ren­der Schrift­sät­ze nur dann, wenn er sei­ne Ange­stell­ten anweist, nach einer Über­mitt­lung per Tele­fax anhand des Sen­de­pro­to­kolls zu über­prü­fen, ob der Schrift­satz voll­stän­dig und an das rich­ti­ge Gericht über­mit­telt wor­den ist.

Post­aus­gangs­kon­trol­le – und das Frist­fax

Erst danach darf die Frist im Fris­ten­ka­len­der gestri­chen wer­den 1.

Ob in der Rechts­an­walts­kanz­lei eine der­ar­ti­ge Anwei­sung bestand und ob deren Ein­hal­tung vom Klä­ger über­prüft wor­den ist, muss sich dem Vor­brin­gen der die Wie­der­ein­set­zung bean­tra­gen­den Par­tei ent­neh­men las­sen. Die Grün­de, wel­che die Wie­der­ein­set­zung recht­fer­ti­gen, müs­sen inner­halb der Wie­der­ein­set­zungs­frist (hier: des § 60 Abs. 2 Satz 1 Halb­satz 1 VwGO) vor­ge­bracht wer­den. Ledig­lich erkenn­bar unkla­re oder ergän­zungs­be­dürf­ti­ge Anga­ben, deren Auf­klä­rung nach § 139 ZPO, § 86 Abs. 3 VwGO gebo­ten gewe­sen wäre, dür­fen noch nach Frist­ab­lauf erläu­tert oder ver­voll­stän­digt wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Janu­ar 2020 – AnwZ (Brfg) 69/​19

  1. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 15.01.2019 – XI ZB 20/​18 7[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 27.07.2017 – III ZB 76/​16, NJW 2017, 3309 Rn. 9 mwN[]