Post­lauf­zei­ten – Frist­ver­säum­nis und Wie­der­ein­set­zung

Es kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass im Bun­des­ge­biet werk­tags auf­ge­ge­be­ne Post­sen­dun­gen grund­sätz­lich am fol­gen­den Werk­tag aus­ge­lie­fert wer­den.

Post­lauf­zei­ten – Frist­ver­säum­nis und Wie­der­ein­set­zung

Ohne kon­kre­te Anhalts­punk­te muss ein Rechts­mit­tel­füh­rer des­halb nicht mit Post­lauf­zei­ten rech­nen, die die ernst­haf­te Gefahr der Frist­ver­säu­mung begrün­den 1.

Im vor­lie­gend vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall wur­de der Revi­si­ons­schrift­satz nach der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung der Sekre­tä­rin der Bevoll­mäch­tig­ten der Klä­ge­rin am 27. März 2012 (= Diens­tag) zur Post gege­ben. Der Umschlag war ord­nungs­ge­mäß an den Ver­wal­tungs­ge­richts­hof adres­siert und aus­rei­chend fran­kiert. Die Bevoll­mäch­tig­ten der Klä­ge­rin durf­ten daher erwar­ten, dass der Schrift­satz jeden­falls inner­halb von 2 Werk­ta­gen ankommt, zumal er nur von Stutt­gart nach Mann­heim beför­dert wer­den muss­te 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 20. Juni 2013 – 4 C 2.12

  1. BGH, Beschlüs­se vom 20.05.2009 – IV ZB 2/​08, NJW 2009, 2379 Rn. 8 m.w.N.; und vom 21.10.2010 – IX ZB 73/​10, NJW 2011, 458 Rn. 15[]
  2. sie­he auch BVerwG, Urteil vom 24.09.1997 – 11 C 10.96, NVwZ 1998, 1075[]