Pri­va­ti­sie­rung von Forst­flä­chen in den neu­en Bun­des­län­dern

Bewer­ben sich meh­re­re Alt­be­rech­tig­te im Sin­ne von § 3 Abs. 5 Satz 1 Aus­glLeistG mit im Wesent­li­chen gleich­wer­ti­gen Betriebs­kon­zep­ten um den Erwerb von Wald­flä­chen nach § 3 Abs. 8 Aus­glLeistG, ist die Höhe ihrer jewei­li­gen Aus­gleichs­leis­tungs- oder Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che bei der Ent­schei­dung nach § 4 Abs. 5 Satz 4 FlEr­wV zwar zu berück­sich­ti­gen; eine Redu­zie­rung des Ermes­sens der Pri­va­ti­sie­rungs­stel­le zuguns­ten des Bewer­bers mit den höhe­ren Ansprü­chen kommt aber nur aus­nahms­wei­se in Betracht [1].

Pri­va­ti­sie­rung von Forst­flä­chen in den neu­en Bun­des­län­dern

Erweist sich eine nach § 4 Abs. 5 Satz 4 FlEr­wV getrof­fe­ne Ermes­sens­ent­schei­dung als feh­ler­haft, kann die Pri­va­ti­sie­rungs­stel­le wäh­rend des von einem unter­le­ge­nen Bewer­ber betrie­be­nen Kla­ge­ver­fah­rens ihr Ermes­sen erneut aus­üben. Ist die­se Aus­übung ermes­sens­feh­ler­frei und sind an dem Kla­ge­ver­fah­ren alle Bewer­ber betei­ligt, an die der Ver­kauf der Wald­flä­chen ernst­haft in Betracht kommt, ist sie der Ent­schei­dung über die Kla­ge(n) zugrun­de zu legen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Novem­ber 2010 – V ZR 102/​09

  1. Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 10.07.2009 – V ZR 72/​08, NJW-RR 2010, 10[]