Pro­mil­le­gren­ze fürs Auto­fah­ren nach Can­na­bis­kon­sum

Bei gele­gent­li­chem Kon­sum von Can­na­bis fehl es an der Fahr­eig­nung, wenn die Blut­pro­be eine THC-Kon­zen­tra­ti­on von 1, 0 ng/​ml ergibt.

Pro­mil­le­gren­ze fürs Auto­fah­ren nach Can­na­bis­kon­sum

Von einer aus­rei­chen­den Tren­nung von Can­na­bis­kon­sum und Fah­ren im Sin­ne der Fahr­erlaub­nis-Ver­ord­nung kann nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts nur dann aus­ge­gan­gen wer­den kann, wenn ein gele­gent­li­cher Kon­su­ment von Can­na­bis sei­nen Kon­sum und das Fah­ren in jedem Fall so trennt, dass eine can­na­bis­be­ding­te Beein­träch­ti­gung sei­ner Fahr­tüch­tig­keit unter kei­nen Umstän­den ein­tre­ten kann.

Im hier ent­schie­de­nen Fall wand­te sich ein Auto­fah­rer gegen die Ent­zie­hung sei­ner Fahr­erlaub­nis. Bei ihm wur­de nach einer Ver­kehrs­kon­trol­le wegen des Ver­dachts, dass er unter der Wir­kung von Can­na­bis gefah­ren sei, eine Blut­pro­be ent­nom­men. Bei deren Unter­su­chung wur­de ein Wert von 1, 3 ng/​ml Tetra­hy­dro­can­na­bi­nol (THC), des psy­cho­ak­ti­ven Wirk­stoffs von Can­na­bis, im Blut­se­rum gemes­sen. Dar­auf­hin ent­zog das Land­rats­amt dem Klä­ger die Fahr­erlaub­nis wegen gele­gent­li­chen Can­na­bis­kon­sums und feh­len­der Tren­nung die­ses Kon­sums vom Fah­ren (Nr. 9.2.2 der Anla­ge 4 zur Fahr­erlaub­nis-Ver­ord­nung).

Der Wider­spruch hier­ge­gen, die Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Freih­burg 1und die Beru­fung vor dem Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in Mann­heim 2 blie­ben erfolg­los. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te nun die­se Ent­schei­dun­gen und wies die Revi­si­on des Auto­fah­rers eben­falls zurück:

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Rechts­auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Würt­tem­berg bestä­tigt, dass bei einem gele­gent­li­chen Can­na­bis­kon­su­men­ten der Kon­sum und das Fah­ren nur dann in der gebo­te­nen Wei­se zeit­lich getrennt wer­den, wenn eine Beein­träch­ti­gung der Fahr­tüch­tig­keit nicht ein­tre­ten kann.

Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof durf­te, so das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, auf der Grund­la­ge sei­ner tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen beim Klä­ger von gele­gent­li­chem Can­na­bis­kon­sum aus­ge­hen. Eben­so wenig war zu bean­stan­den, dass es nach Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens zum Ergeb­nis gelang­te, dass bei ihm, wie der gemes­se­ne THC-Pegel zei­ge, eine aus­rei­chen­de Tren­nung nicht gewähr­leis­tet ist.

Gegen die im Revi­si­ons­ver­fah­ren als Tat­sa­chen­fest­stel­lung nur ein­ge­schränkt über­prüf­ba­re Annah­me des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Würt­tem­berg, dass eine Beein­träch­ti­gung der Fahr­tüch­tig­keit ab einer THC-Kon­zen­tra­ti­on von 1, 0 ng/​ml im Blut­se­rum nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kön­ne, hat­te der Auto­fah­rer kei­ne revi­si­ons­recht­lich erheb­li­chen Rügen erho­ben. Ohne Erfolg blieb auch sein Ein­wand, dass im Hin­blick auf mög­li­che Mess­un­ge­nau­ig­kei­ten ein "Sicher­heits­ab­schlag" vom ermit­tel­ten THC-Wert vor­ge­nom­men wer­den müs­se.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 23. Okto­ber 2014 – 3 C 3.2013

  1. VG Frei­burg, Urteil vom 17.03.2010 – 1 K 1587/​09[]
  2. VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 22.11.2012 – 10 S 3174/​11[]