Pro­zess­auf­rech­nung der Behör­de – in der Beru­fungs­ver­hand­lung

Eine Auf­rech­nung wider­spricht nicht allein des­halb dem Grund­satz der Pro­zess­wirt­schaft­lich­keit, der für die Aus­le­gung des Merk­mals der Sach­dien­lich­keit nach § 173 VwGO i.V.m. § 533 Nr. 1 ZPO maß­ge­bend ist, weil sie erst in der münd­li­chen Ver­hand­lung des Beru­fungs­ge­richts erklärt wird 1.

Pro­zess­auf­rech­nung der Behör­de – in der Beru­fungs­ver­hand­lung

Mit einem sol­chen Ein­wand hat der Klä­ger mit­hin eine ver­fah­rens­feh­ler­haf­te Behand­lung der von der Behör­de im Pro­zess erklär­ten Auf­rech­nung nicht in der durch § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO gefor­der­ten Wei­se dar­ge­tan 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 23. März 2016 – 6 B 8.16

  1. vgl. zu Kon­stel­la­tio­nen einer feh­len­den Sach­dien­lich­keit etwa: Hart­mann, in: Baumbach/​Lauterbach/​Albers/​Hartmann, ZPO, 74. Aufl.2016, § 533 Rn. 1 f., Ball, in: Musielak/​Voit, Hrsg., ZPO, 12. Aufl.2015, § 533 Rn. 14[]
  2. vgl. zur Ein­ord­nung einer unzu­tref­fen­den Beur­tei­lung der Wirk­sam­keit einer Pro­zess­auf­rech­nung als Ver­fah­rens­feh­ler all­ge­mein: BVerwG, Beschluss vom 07.10.1998 – 3 B 68.97, Buch­holz 310 § 133, n.F. VwGO Nr. 33 S. 21 f.[]