Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine noch zu erhe­ben­de Verfassungsbeschwerde

Die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe ist im Ver­fah­ren über eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ent­spre­chend §§ 114 ff. ZPO zwar zuläs­sig und auch die iso­lier­te Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine noch zu erhe­ben­de Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist nicht ausgeschlossen.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine noch zu erhe­ben­de Verfassungsbeschwerde

Aller­dings wird Pro­zess­kos­ten­hil­fe im schrift­li­chen Ver­fah­ren nur unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen bewil­ligt, weil das Ver­fah­ren kos­ten­frei ist und kein Anwalts­zwang besteht. Sie wird daher nur gewährt, wenn dies unbe­dingt erfor­der­lich erscheint1.

Das ist der Fall, wenn Betrof­fe­ne gehin­dert sind, ihre Rech­te selbst und ohne anwalt­li­che Hil­fe ange­mes­sen wahr­zu­neh­men, sie die Kos­ten der Pro­zess­füh­rung nach den per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen nicht auf­brin­gen kön­nen und die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg bie­tet und nicht mut­wil­lig erscheint2.

Dabei sind die Erfolgs­aus­sich­ten der Ver­fas­sungs­be­schwer­de zumin­dest in gro­ben Zügen plau­si­bel dar­zu­le­gen2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 14. Janu­ar 2021 – 2 BvR 2078 – /​20

  1. vgl. BVerfGE 1, 109 <110 ff.> 27, 57 <57> 78, 7 <19 f.> 92, 122 <123>[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 20.09.2020 – 1 BvR 1639/​19, Rn. 1 m.w.N.[][]