Pro­zess­kos­ten­hil­fe im Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren – und die Erfolgs­aus­sich­ten

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist im Ver­fah­ren über eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe an den Beschwer­de­füh­rer ent­spre­chend §§ 114 ff. ZPO mög­lich 1.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe im Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren – und die Erfolgs­aus­sich­ten

Aller­dings wird Pro­zess­kos­ten­hil­fe nur unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen gewährt, weil das Ver­fah­ren kos­ten­frei ist und kein Anwalts­zwang besteht.

Sie wird daher nur gewährt, wenn dies unbe­dingt erfor­der­lich erscheint, weil die betrof­fe­ne Per­son nicht in der Lage ist, sich selbst zu ver­tre­ten 2.

Im hier ent­schie­de­nen Fall hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe abge­lehnt: Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de wäre unzu­läs­sig, weil die Beschwer­de­füh­re­rin kei­nen kon­kre­ten Hoheits­akt im Sin­ne des § 90 Abs. 1 BVerfGG bezeich­net. Dar­über hin­aus wür­de eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich nicht den Anfor­de­run­gen der § 23 Abs. 1 Satz 2 Halb­satz 1, § 92 BVerfGG genü­gen, weil die Begrün­dung des Antrags eine Ver­let­zung von Rech­ten im Sin­ne des § 90 Abs. 1 BVerfGG inhalt­lich nach­voll­zieh­bar nicht ansatz­wei­se erken­nen lässt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 28. Juni 2018 – 2 BvR 2380/​17

  1. vgl. BVerfGE 1, 109, 110 ff.; 1, 415, 416; 79, 252, 253; 92, 122, 123; BVerfG, Beschluss vom 09.07.2010 – 2 BvR 2258/​09 6; Beschluss vom 08.03.2017 – 1 BvR 2680/​16 3; Beschluss vom 09.06.2017 – 2 BvR 336/​16 2[]
  2. vgl. BVerfGE 27, 57; 78, 7, 19 f.; 92, 122, 123; BVerfG, Beschluss vom 09.07.2010 – 2 BvR 2258/​09 6; Beschluss vom 02.12 2016 – 1 BvR 2014/​16 2; Beschluss vom 11.08.2016 – 2 BvR 1754/​14 2; Beschluss vom 08.03.2017 – 1 BvR 2680/​16 3; Beschluss vom 09.06.2017 – 2 BvR 336/​16 2[]