Prüf­be­rich­te des Bun­des­rech­nungs­hofs – und ihre ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Kon­trol­le

Die Prüf­be­rich­te des Bun­des­rech­nungs­hofs unter­lie­gen ver­wal­tungs­ge­richt­li­cher Kon­trol­le.

Prüf­be­rich­te des Bun­des­rech­nungs­hofs – und ihre ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Kon­trol­le

Betrof­fe­ne kön­nen Ansprü­che auf Wider­ruf und Rich­tig­stel­lung von Äuße­run­gen in einem Bericht des Bun­des­rech­nungs­hofs vor den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten gel­tend machen.

Dies hat jetzt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig in dem Fall eines Arbeit­neh­mers ent­schie­den, der bis ins Jahr 2007 kauf­män­ni­scher Geschäfts­füh­rer der Kunst- und Aus­stel­lungs­hal­le der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land GmbH, Bonn (KAH). Er wen­det sich gegen die Fest­stel­lung von Män­geln in der Geschäfts­füh­rung der KAH im Bericht des Bun­des­rech­nungs­hofs vom 15. Mai 2007 und begehrt den Wider­ruf und die Rich­tig­stel­lung ein­zel­ner Äuße­run­gen.

Gegen­stand des Revi­si­ons­ver­fah­rens war allein die Zuläs­sig­keit der Kla­ge, die das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len vor­ab im Wege eines Zwi­schen­ur­teils bejaht hat­te 1. Der Bund hat dage­gen Revi­si­on ein­ge­legt und im Wesent­li­chen gel­tend gemacht, die in rich­ter­li­cher Unab­hän­gig­keit aus­ge­üb­te und ver­trau­li­che Bera­tungs­tä­tig­keit des Bun­des­rech­nungs­hofs sei einer gericht­li­chen Kon­trol­le ent­zo­gen. Jeden­falls gel­te dies für Beschäf­tig­te der von der Prü­fung betrof­fe­nen staat­li­chen Stel­le.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat dage­gen die Rechts­auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len bestä­tigt:

Die Bera­tungs­tä­tig­keit des Bun­des­rech­nungs­hofs für den Bun­des­tag ist einer gericht­li­chen Über­prü­fung nicht ent­zo­gen. Ein in dem Bericht iden­ti­fi­zier­ba­rer Beschäf­tig­ter kann gel­tend machen, durch die sein Han­deln betref­fen­den Aus­sa­gen in sei­nem Per­sön­lich­keits­recht betrof­fen zu sein. Die mög­li­che Rechts­be­trof­fen­heit wird bereits mit der Wei­ter­lei­tung des Berichts an den Bun­des­tag und nicht erst durch eine spä­te­re Pres­se­be­richt­erstat­tung oder eine Ver­öf­fent­li­chung durch den Bun­des­rech­nungs­hof aus­ge­löst. Für in den Akten doku­men­tier­te ehr­schutz­re­le­van­te Äuße­run­gen kommt ein Weg­fall des Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses durch blo­ßen Zeit­ab­lauf nicht in Betracht.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 27. Febru­ar 2019 – 6 C 1.18

  1. OVG NRW, Urteil vom 05.12.2016 – 16 A 2447/​12[]