Ramm­stein-Album nicht auf Lis­te der jugend­ge­fähr­den­den Medi­en

Die Beur­tei­lung des Musi­kal­bums "Lie­be ist für alle da" der Grup­pe „Ramm­stein“ ist von der Bun­des­prüf­stel­le für jugend­ge­fähr­den­de Medi­en nicht ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führt wor­den. Das Album ist nach dem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln frei ver­käuf­lich. Es gehört nicht auf die Lis­te der jugend­ge­fähr­den­den Medi­en.

Ramm­stein-Album nicht auf Lis­te der jugend­ge­fähr­den­den Medi­en

Damit hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln einer Kla­ge der Rech­te­inha­be­rin Uni­ver­sal Music GmbH gegen die Indi­zie­rung durch die Bun­des­prüf­stel­le für jugend­ge­fähr­den­de Medi­en statt­ge­ge­ben.

Im Novem­ber 2009 hat­te die Bun­des­prüf­stel­le das gesam­te Album indi­ziert. Sie hielt nicht nur ein Bild im Book­let für jugend­ge­fähr­dend, son­dern auch das Lied "Ich tu dir weh".

Bereits mit der am 31. Mai 2010 ergan­ge­nen Eil­ent­schei­dung 1 folg­te das Ver­wal­tungs­ge­richt die­ser Argu­men­ta­ti­on nicht, wodurch der Ver­trieb des Albums bereits vor­läu­fig ermög­licht wor­den war. Im Wesent­li­chen hat das Gericht mit dem nun beschlos­se­nen Urteil die dama­li­ge Eil­ent­schei­dung bestä­tigt. Es kam zu dem Ergeb­nis, die Bun­des­prüf­stel­le habe die im Grund­ge­setz geschütz­te Kunst­frei­heit (Art. 5 GG) der Grup­pe "Ramm­stein" in ihrer Ent­schei­dung nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt. Die not­wen­di­ge Abwä­gung der Kunst­frei­heit auf der einen Sei­te mit der Jugend­ge­fähr­dung auf der ande­ren Sei­te sei daher nicht ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führt wor­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 25. Okto­ber 2011 – 22 K 8391/​09

  1. VG Köln, vom 31.05.2010 – 22 L 1899/​09[]