Rauch­ver­bot für nie­der­säch­si­sche Ver­an­stal­tungs­hal­len

Das in Nie­der­sach­sen gel­ten­de Rauch­ver­bot für Gast­stät­ten gilt nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg auch für Stadt­hal­len und Kon­gress­hal­len. Dies ent­schied das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg im Fall der Weser-Ems-Hal­le in Olden­burg. Danach darf in den Räum­lich­kei­ten und Ein­rich­tun­gen der Weser-Ems-Hal­le in Olden­burg darf auch dann nicht geraucht wer­den, wenn die Räum­lich­kei­ten zu gewerb­li­chen Zwe­cken oder zu pri­va­ten Zwe­cken genutzt wer­den. Dort hat­te die Betrei­ber­ge­sell­schaft, die Weser-Ems-Hal­le Olden­burg GmbH & Co.KG, gegen eine ent­spre­chen­de Ver­fü­gung der Stadt Olden­burg geklagt.

Rauch­ver­bot für nie­der­säch­si­sche Ver­an­stal­tungs­hal­len

Die Kon­gress­hal­le, die Mes­se­hal­le wie auch die klei­ne­ren Säle der Weser-Ems-Hal­le Olden­burg wer­den wie­der­holt für Mes­sen, Ver­kaufs­ver­an­stal­tun­gen oder auch für pri­va­te Fei­er­lich­kei­ten ver­mie­tet. Die Klä­ge­rin als Betrei­ber­ge­sell­schaft der Weser-Ems-Hal­le woll­te auf ent­spre­chen­de Nach­fra­gen der jewei­li­gen Ver­an­stal­ter das Rau­chen jeden­falls dann gestat­ten, wenn die gas­tro­no­mi­schen Leis­tun­gen der Klä­ge­rin bzw. des Cate­rers nicht in Anspruch genom­men wer­den. Nach­dem dies­be­züg­li­che Fra­gen der Klä­ge­rin durch die Stadt nega­tiv beant­wor­tet waren, erhob die Klä­ge­rin eine Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg. Doch das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg gab jetzt der Stadt Olden­burg Recht:

Das Ver­wal­tungs­ge­richt urteil­te, dass in den Räum­lich­kei­ten und Ein­rich­tun­gen der Weser-Ems-Hal­le in Olden­burg grund­sätz­lich nicht geraucht wer­den darf, weil das Nie­der­säch­si­sche Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz das Rau­chen in Gast­stät­ten ver­bie­tet. Das Rauch­ver­bot bezieht sich auf alle Schank- und Spei­se­gast­stät­ten und erfasst auch gewerb­li­che Bewir­tun­gen, selbst in nicht kon­zes­sio­nier­ten Gast­stät­ten.

Die Fra­ge, ob es sich um eine Gast­stät­te han­delt, hängt nach Auf­fas­sung des Gerichts nicht von der jewei­li­gen Ver­an­stal­tung bzw. aktu­el­len, zeit­lich begrenz­ten Nut­zun­gen ab, ent­schei­dend ist viel­mehr die gene­rel­le Zweck­be­stim­mung. Des­halb gilt das Rauch­ver­bot auch für geschlos­se­ne Gesell­schaf­ten in Gast­stät­ten. Der Klä­ge­rin ist eine Gast­stät­ten­er­laub­nis für sämt­li­che Räu­me der Weser-Ems-Hal­le erteilt wor­den, so dass in allen Räum­lich­kei­ten Geträn­ke und Spei­sen ver­ab­reicht wer­den dür­fen. Ob die­se von den jewei­li­gen Ver­an­stal­tern tat­säch­lich in Anspruch genom­men und dann den Gäs­ten ange­bo­ten wer­den, ist für die Fra­ge des nach dem Nie­der­säch­si­schen Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz gel­ten­den Nicht­rau­cher­schut­zes uner­heb­lich. Der Wech­sel in der Nut­zung eines Rau­mes ist nicht zuge­las­sen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg ver­wies dabei auf die Absicht des Gesetz­ge­bers, dass Nicht­rau­cher nicht nur in den jewei­li­gen Räu­men vor der Frei­set­zung von Schad­stof­fen und Fein­stäu­ben wäh­rend des Rau­chens geschützt wer­den soll­ten. Die schäd­li­chen Stof­fe blie­ben in der Ein­rich­tung hän­gen und düns­te­ten dann län­ger­fris­tig aus. Auch hier­vor soll­ten die Nicht­rau­cher geschützt wer­den.

Es kommt des­halb nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg nicht dar­auf an, ob die gas­tro­no­mi­schen Leis­tun­gen im Ein­zel­fall von einem Mie­ter oder Ver­an­stal­ter nicht bestellt und von den Besu­chern des­halb nicht in Anspruch genom­men wer­den. Nach dem Nie­der­säch­si­schen Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz ist auch die wech­seln­de Nut­zung ver­schie­de­ner Räu­me als Rau­cher­raum bzw. als Rau­cher- und Ver­an­stal­tungs­raum nicht zuläs­sig. Eine nur gele­gent­lich genutz­te Räum­lich­keit als Nicht­rau­cher­raum ver­bie­tet sich. Dies bedeu­tet, dass etwa dann, wenn in der Mes­se­hal­le grö­ße­re kom­mer­zi­el­le Ver­an­stal­tun­gen statt­fin­den, nicht die Hal­le 7 vor­über­ge­hend als Rau­cher­raum bestimmt wer­den kann.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 29. April 2010 – 12 A 879/​09