Recht­li­ches Gehör – und die ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Über­ra­schungs­ent­schei­dung

Der Grund­satz der Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs ver­pflich­tet die Gerich­te, das Vor­brin­gen der Betei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen, nicht aber sich mit jedem Vor­brin­gen in den Ent­schei­dungs­grün­den aus­drück­lich zu befas­sen 1.

Recht­li­ches Gehör – und die ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Über­ra­schungs­ent­schei­dung

Die Gerich­te dür­fen ein Vor­brin­gen außer Betracht las­sen, das nach ihrem Rechts­stand­punkt uner­heb­lich oder offen­sicht­lich unsub­stan­ti­iert ist. Grund­sätz­lich ist davon aus­zu­ge­hen, dass ein Gericht das Vor­brin­gen sowohl zur Kennt­nis genom­men hat als auch in sei­ne Erwä­gun­gen mit ein­be­zo­gen hat, so dass nur bei Vor­lie­gen deut­lich gegen­tei­li­ger Anhalts­punk­te ein Ver­stoß gegen den Grund­satz des recht­li­chen Gehörs ange­nom­men wer­den kann 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 10. Mai 2016 – 1 B 52.16

  1. BVerfG, Beschluss vom 01.02.1978 – 1 BvR 426/​77, BVerfGE 47, 182, 187; BVerwG, Urteil vom 29.11.1985 – 9 C 49.85, Buch­holz 310 § 108 VwGO Nr. 177[]
  2. BVerwG, Beschluss vom 16.10.2012 – 8 B 34.12 10 m.w.N.[]