Recht­li­ches Gehör – und das Schwei­gen der Urteils­grün­de

Das Gebot der Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs ver­pflich­tet das Gericht, den Vor­trag der Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und bei der Ent­schei­dungs­fin­dung in Erwä­gung zu zie­hen.

Recht­li­ches Gehör – und das Schwei­gen der Urteils­grün­de

Dar­aus folgt aber kei­ne Pflicht des Gerichts, sich in sei­nen schrift­li­chen Ent­schei­dungs­grün­den mit jedem vor­ge­brach­ten Gesichts­punkt aus­drück­lich zu befas­sen 1.

In der Regel ist davon aus­zu­ge­hen, dass das Gericht die Aus­füh­run­gen der Betei­lig­ten zur Kennt­nis genom­men und erwo­gen hat. Der Anspruch auf recht­li­ches Gehör ist erst dann ver­letzt, wenn im Ein­zel­fall beson­de­re Umstän­de dar­auf hin­deu­ten, dass das Gericht sei­ner Pflicht nicht nach­ge­kom­men ist, wenn etwa das Vor­brin­gen eines Betei­lig­ten zu einem zen­tra­len Gesichts­punkt, der nach dem Rechts­stand­punkt des Gerichts nicht uner­heb­lich oder aber offen­sicht­lich unsub­stan­ti­iert war, nicht berück­sich­tigt wor­den ist 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 11. Febru­ar 2019 – 9 B 44.18

  1. vgl. etwa BVerwG, Beschluss vom 03.02.2017 – 9 B 15.16 12 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 12.12 2007 – 2 B 29.07 2 m.w.N.[]