Rechts­än­de­run­gen nach der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts sind Rechts­än­de­run­gen, die nach der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung oder Ent­schei­dung des Tat­sa­chen­ge­richts ein­tre­ten, im Revi­si­ons­ver­fah­ren zu berück­sich­ti­gen, wenn das Tat­sa­chen­ge­richt – ent­schie­de es anstel­le des Revi­si­ons­ge­richts – sie sei­ner­seits zu berück­sich­ti­gen hät­te [1].

Rechts­än­de­run­gen nach der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung

So auch in dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall aus dem Asyl­recht: Da es sich vor­lie­gend um eine asyl­recht­li­che Strei­tig­keit han­delt, bei der das Beru­fungs­ge­richt nach § 77 Abs. 1 AsylG regel­mä­ßig auf die Sach- und Rechts­la­ge im Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung abzu­stel­len hat, müss­te es sei­ner Ent­schei­dung, wenn es die­se nun­mehr trä­fe, die aktu­el­le Rechts­grund­la­ge zugrun­de legen, soweit nicht hier­von eine Abwei­chung aus Grün­den des mate­ri­el­len Rechts gebo­ten ist [2].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 23. Juni 2020 – 1 C 37.19

  1. BVerwG, Urteil vom 11.09.2007 – 10 C 8.07, BVerw­GE 129, 251 Rn.19[]
  2. stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 20.02.2013 – 10 C 23.12, BVerw­GE 146, 67 Rn. 12[]