Rechts­fra­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung und die feh­len­de Tat­sa­chen­fest­stel­lung

Sind die für eine Grund­satz­fra­ge (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) maß­geb­li­chen Tat­sa­chen von der Vor­in­stanz nicht fest­ge­stellt wor­den, kann die Revi­si­on im Hin­blick auf die­se Fra­ge nicht wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuge­las­sen wer­den. Eine Aus­nah­me gilt dann, wenn das Tat­sa­chen­ge­richt eine ord­nungs­ge­mäß bean­trag­te Sach­ver­halts­auf­klä­rung nur des­we­gen abge­lehnt hat, weil es die betref­fen­de Fra­ge anders beant­wor­tet hat, als es die Beschwer­de für rich­tig hält [1].

Rechts­fra­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung und die feh­len­de Tat­sa­chen­fest­stel­lung

Denn in einem sol­chen Fall legen die Antrag­stel­ler Tat­sa­chen zu Grun­de, die vom Ver­wal­tungs­ge­richts­hof nicht fest­ge­stellt wor­den sind. Des­halb stellt sich die kon­kre­te Fra­ge, der im Rah­men der Revi­si­ons­zu­las­sung eine grund­sätz­li­che Bedeu­tung bege­mes­sen wer­den soll, nicht.

Sind Tat­sa­chen, die vor­lie­gen müss­ten, damit sich die mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge in einem Revi­si­ons­ver­fah­ren stellt, von der Vor­in­stanz nicht fest­ge­stellt wor­den, so kann die Revi­si­on im Hin­blick auf die­se Fra­ge regel­mä­ßig nicht wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuge­las­sen wer­den. Die­ser Ein­wand kann der Beschwer­de zwar dann nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, wenn die in der Vor­in­stanz ord­nungs­ge­mäß bean­trag­te Sach­ver­halts­auf­klä­rung nur des­we­gen unter­blie­ben ist, weil das Tat­sa­chen­ge­richt die als rechts­grund­sätz­lich bedeut­sam bezeich­ne­te Fra­ge anders als die Beschwer­de beant­wor­tet und des­we­gen die Beweis­auf­nah­me als nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich abge­lehnt hat [2].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 19. August 2013 – 9 BN 1.13

  1. im Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 17.03.2000 – 8 B 287.99, BVerw­GE 111, 61, 62[]
  2. BVerwG, Beschluss vom 17.03.2000 – 8 B 287.99, BVerw­GE 111, 61, 62[]