Rechts­mit­tel­be­leh­rung im Beru­fungs­ur­teil

In der Rechts­mit­tel­be­leh­rung eines Beru­fungs­ur­teils, in dem die Revi­si­on nicht zuge­las­sen wird, muss nicht dar­über infor­miert weden, dass die Zulas­sung der Revi­si­on nur bei Vor­lie­gen eines der in § 132 Abs. 2 Nr. 1 bis Nr. 3 VwGO genann­ten Zulas­sungs­grün­de und deren Dar­le­gung (§ 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO) erreicht wer­den kann.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung im Beru­fungs­ur­teil

Wor­über in einer Rechts­be­helfs­be­leh­rung zu beleh­ren ist, ergibt sich aus § 58 Abs. 1 VwGO. Zum not­wen­di­gen Inhalt gehört dem­nach der Rechts­be­helf, die Ver­wal­tungs­be­hör­de oder das Gericht, bei denen der Rechts­be­helf anzu­brin­gen ist, der Sitz und die ein­zu­hal­ten­de Frist.

Zwar umfasst die Beleh­rungs­pflicht bei zwei­stu­fig auf­ge­bau­ten Rechts­mit­teln, bei denen auf die ers­te Stu­fe der Ein­le­gung die zwei­te Stu­fe einer frist­ge­bun­de­nen Begrün­dung folgt, grund­sätz­lich auch die Anfor­de­run­gen an die zwei­te Stu­fe, sodass etwa über die Not­wen­dig­keit einer ein­zu­rei­chen­den Begrün­dung und die hier­für gel­ten­de Frist bereits im Urteil belehrt wer­den muss 1. Beleh­run­gen über die Form oder über die im Ein­zel­nen an eine ord­nungs­ge­mä­ße Begrün­dung zu stel­len­den Anfor­de­run­gen 2 sind dage­gen – eben­so etwa wie die Fra­ge, ob ein Ver­tre­tungs­zwang besteht 3 – nicht Bestand­teil der von § 58 Abs. 1 VwGO ange­ord­ne­ten Rechts­be­helfs­be­leh­rung. Das gilt nament­lich für Anga­ben über gesetz­li­che Zulas­sungs­grün­de und die Anfor­de­run­gen an deren Dar­le­gung. Daher muss bei einem Beru­fungs­ur­teil, in dem die Revi­si­on nicht zuge­las­sen wird, nicht dar­über infor­miert wer­den, dass die Zulas­sung der Revi­si­on nur bei Vor­lie­gen eines der in § 132 Abs. 2 Nr. 1 bis Nr. 3 VwGO genann­ten Zulas­sungs­grün­de (grund­sätz­li­che Bedeu­tung, Diver­genz oder Ver­fah­rens­män­gel) und deren Dar­le­gung ("Bezeich­nung", § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO) erreicht wer­den kann.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 7. Novem­ber 2014 – 2 B 45.2014 -

  1. BVerwG, Urteil vom 30.06.1998 – 9 C 6.98, BVerw­GE 107, 117, 122 f.; Beschluss vom 24.10.2012 – 1 B 23.12, NVwZ-RR 2013, 128 Rn. 3 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil 27.02.1976 – 4 C 74.74, BVerw­GE 50, 248, 251 ff. m.w.N.[]
  3. BVerwG, Beschluss vom 24.10.2012 – 1 B 23.12, NVwZ-RR 2013, 128 Rn. 5 m.w.N.[]