Rechts­schutz­be­dürf­nis für eine vor­beu­gen­de Unter­las­sungs­kla­ge

Eine vor­beu­gen­de Unter­las­sungs­kla­ge, mit der ein dro­hen­des tat­säch­li­ches Ver­wal­tungs­han­deln abge­wehrt wer­den soll, ist nur statt­haft, wenn sich die­ses Han­deln hin­rei­chend kon­kret abzeich­net, ins­be­son­de­re die für eine Recht­mä­ßig­keits­prü­fung erfor­der­li­che Bestimmt­heit auf­weist 1.

Rechts­schutz­be­dürf­nis für eine vor­beu­gen­de Unter­las­sungs­kla­ge

Die Gewäh­rung vor­beu­gen­den Rechts­schut­zes setzt fer­ner ein beson­de­res schüt­zens­wer­tes Inter­es­se in dem Sinn vor­aus, dass es für den Betrof­fe­nen nicht zumut­bar ist, auf den von der Ver­wal­tungs­ge­richts­ord­nung für den Regel­fall vor­ge­se­he­nen nach­gän­gi­gen Rechts­schutz ver­wie­sen zu wer­den 2.

Die Kla­ge­be­fug­nis für eine sol­che vor­beu­gen­de Unter­las­sungs­kla­ge ist nur dann nicht gege­ben, wenn durch das vom Klä­ger erwar­te­te Ver­hal­ten der Behör­de sub­jek­ti­ve Rech­te des Klä­gers offen­sicht­lich und ein­deu­tig nach kei­ner Betrach­tungs­wei­se ver­letzt sein könn­ten 3.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 13. Dezem­ber 2017 – 6 A 7.16

  1. BVerwG, Urteil vom 19.03.1974 – 1 C 7.73, BVerw­GE 45, 99, 105[]
  2. BVerwG, Urtei­le vom 08.09.1972 – 4 C 17.71, BVerw­GE 40, 323, 326 f.; und vom 22.10.2014 – 6 C 7.13 [ECLI:DE:BVerwG:2014:221014U6C7.13.0], Buch­holz 402.41 All­ge­mei­nes Poli­zei­recht Nr. 104 Rn. 17[]
  3. all­ge­mein zu die­sem Maß­stab: BVerwG, Urteil vom 07.05.1996 – 1 C 10.95, BVerw­GE 101, 157, 159[]
  4. BMI, Ver­fü­gung vom 02.04.2014 – ÖSII3-20106/15#3[]