Revi­si­ons­zu­las­sung wegen Ver­let­zung eines all­ge­mei­nen Erfah­rungs­sat­zes

Das Ergeb­nis der gericht­li­chen Beweis­wür­di­gung ist vom Revi­si­ons­ge­richt nur dar­auf­hin über­prüf­bar, ob es gegen die all­ge­mei­nen Beweis­wür­di­gungs­grund­sät­ze ver­stößt, zu denen Ver­stö­ße gegen die all­ge­mei­nen Aus­le­gungs­grund­sät­ze, die all­ge­mei­nen Erfah­rungs­sät­ze und die Denk­ge­set­ze gehö­ren 1.

Revi­si­ons­zu­las­sung wegen Ver­let­zung eines all­ge­mei­nen Erfah­rungs­sat­zes

Die Kri­tik der Klä­ger an der Beweis­wür­di­gung des Beru­fungs­ge­richts muss erken­nen las­sen, dass die­je­ni­gen Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen, die für das ange­foch­te­ne Urteil tra­gend gewor­den sind, die Gren­zen einer objek­tiv will­kürfrei­en, die Natur- und Denk­ge­set­ze sowie all­ge­mei­ne Erfah­rungs­sät­ze beach­ten­den Wür­di­gung über­schrei­ten.

Ein all­ge­mei­ner Erfah­rungs­satz im Sin­ne der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ist ein nach all­ge­mei­ner Erfah­rung unzwei­fel­haft gel­ten­der und durch kei­ne Aus­nah­me durch­bro­che­ner Satz 2 bestimm­ten Inhalts.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 5. Dezem­ber 2017 – 1 B 131.17

  1. BVerwG, Urtei­le vom 06.02.1975 – 2 C 68.73, BVerw­GE 47, 330, 361; vom 31.01.1989 – 9 C 54.88, Buch­holz 310 § 108 VwGO Nr. 213 S. 57 f.; und vom 03.05.2007 – 2 C 30.05, Buch­holz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 50 Rn. 16[]
  2. vgl. BVerwG, Urtei­le vom 22.03.1983 – 9 C 860.82, BVerw­GE 67, 83, 84; und vom 15.10.1991 – 1 C 24.90, BVerw­GE 89, 110, 117[]