Rich­terab­leh­nung – offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge weil zu all­ge­mein

Ein Ableh­nungs­ge­such, das ledig­lich Aus­füh­run­gen ent­hält, die zur Begrün­dung der Besorg­nis der Befan­gen­heit gänz­lich unge­eig­net sind, ist offen­sicht­lich unzu­läs­sig.

Rich­terab­leh­nung – offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge weil zu all­ge­mein

In einem sol­chen Fall ist der abge­lehn­te Rich­ter nicht von der Ent­schei­dung über das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such aus­ge­schlos­sen [1]. Bei offen­sicht­li­cher Unzu­läs­sig­keit bedarf es kei­ner dienst­li­chen Stel­lung­nah­me des abge­lehn­ten Rich­ters [2].

Offen­sicht­lich unzu­läs­sig ist ein Ableh­nungs­ge­such auch, wenn der abge­lehn­te Rich­ter nicht zur Mit­wir­kung im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren beru­fen ist [3].

Die blo­ße erneu­te The­ma­ti­sie­rung einer bereits ent­schie­de­nen Rechts­fra­ge ist zur Begrün­dung eines Ableh­nungs­ge­suchs unge­eig­net.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 1. März 2016 – 2 BvB 1/​13

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.05.2006 – 1 BvR 698/​06; BVerfGK 8, 59, 60; BVerfG, Beschluss vom 03.07.2013 – 1 BvR 782/​12[]
  2. vgl. BVerfGE 11, 1, 3; BVerfGK 8, 59, 60; BVerfG, Beschluss vom 18.02.2016 – 2 BvC 69/​14 5[]
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 15.12 1988 – 1 BvR 1487/​87[]